LaTeX gilt seit den 1980er als defakto Standard unter Unix um wissenschaftliche Dokumente zu formatieren. Bersonders bei sehr umfangreichen Dokumenten die ein einheitliches Layout erhalten sollen, hat LaTeX seine Stärke. Trotz der gewöhnungsbedürftigen Syntax gilt es als leicht zu erlernen und lange Zeit gab es keine wirkliche Alternative zu dieser Software.
Seit einiger Zeit hat sich die unscheinbare Typst Software zu einem ernstzunehmenden Ersatz für LaTeX etabliert. Die Syntax von Typst ist ähnlich wie markdown aufgebaut und beinhaltet Kommandos um float-Abbildungen einzufügen, Tabellen zu erstellen, preformatted Text auszugeben sowie eine automatische Gliederung zu erstellen. Die wesentlichen Verbesserungen von typst gegenüber LaTeX sind:
- es benötigt nur 50 MB auf der Festplatte anstatt 5 GB
- die Syntax ist einfacher und logischer
- das Übersetzen einer Typst datei in eine PDF Datei dauert weniger als 1 Sekunde
Der einzige Grund warum Typst bisher LaTeX noch nicht verdrängt hat ist die Gewohnheit der Nutzer. Die LaTeX Community gilt als konservativ und viele nutzen die Software seit den 1980er Jahren also seit über 40 Jahren. Das macht den Wechsel auf eine andere Plattform aufwendig.
Es gibt jedoch einen simplen Trick wie der Umstieg auf typst gelingt. Und zwar mit der selben Methode wie man auf neue Technologie generell wechselt: man löscht die veraltete Software von der Software und gewinnt so Freiraum sich auf etwas neues einzulassen. In Linux lautet der Befehl:
apt remove texlive*
Der Vorteil von typst ist dass das Projekt sehr viel aufgeräumter wirkt. Es fehlen unzählige veraltete Pakete die historisch bedingt sind, stattdessen wurden die meisten features fest in die Software einprogrammiert. Ähnlich wie bei LateX auch haben Neueinsteiger mit einer gewissen Lernkurve zu kämpfen. Man muss sich erstmalig durch die Dokumentation kämpfen um so eine Minimal Datei zu erstellen, welche die gewünschten Layout einstellungen beinhaltet. Man definiert z.b. die Seitengröße A4, legt den gewünschten Systemfont fest, definiert einige Tabellenparameter wie z.b. liniendicke und definiert die Häufigkeit der Silbentrennung. Sind diese vorarbeiten einmal erledigt, kann man die selbe Rumpfdatei nutzen um damit beliebig viele PDF Dokumente zu erstellen. Ähnlich wie bei LaTeX müssen Autoren nur den Text eingeben und die Software rendert die Darstellung auf dem Bildschirm.
Und das macht typst ausgesprochen gut, im Regelfall sind die Abbildungen sinnvoll platziert und auch der Blocksatz sieht halbwegs professionell aus. Die Qualität ist nicht ganz so optimiert wie bei pdflatex, es gibt also durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten. Aktuell ist derzeit die typst version 0.15 vom Juni 2026.
June 18, 2026
Typst als Ersatz für LaTeX
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Lyx
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