Während der 1980er Jahre versuchte die KI Forschung Computern das Denken beizubringen. Vorhandene Programmiersprachen wie C oder Pascal wurden als nicht leistungsfähig genug betrachtet und durch dezidierte 5th generation languages wie Prolog und Expertensystems shells ersetzt. Die Zielstellung war, vorhandenes Wissen leichter auf einen Computer zu übetragen damit anschließend der Computer das Problem zu lösen vermag.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Semantic Web. Auch dort wurde die komplexe Wirklichkeit in Fakten gespeichert und dann von Rule-Engines ausgewertet. Man kann also semantic web als die logische Weiterentwicklung einer Expertensystem shell betrachten.
Im wesentlichen ging es darum, Teile der Wirklichkeit in ein Computerprogramm zu konvertieren. In diesem Computerprogramm konnten dann logische Schlüsse gezogen werden, eine Suche durchgeführt werden und Entscheidungen getroffen werden. Die Sprache Prolog ist sehr gut dafür geeignet, ein logisches Wissensnetzwerk zu erzeugen. Man gibt zuerst die Fakten in das Program ein und kann dann fehlende Informationen daraus folgern.
Die Stillschweigende Annahme hinter diesen Technologien bestand darin, dass eine KÜnstliche Intelligenz zwingend auf einem Computer ausgeführt wird in Form einer Software. Beim Semantic web gab es eine Wissensbasis gespeichert im Computer plus eine Rule engine, bei der Prolog Sprache gab es die Software einerseits und den Prolog interpreter andererseits. Diese strukuturelle Kopplung aus Künstlicher Intelligenz und Informatik ist historsich gewachsen, nur leider war sie zugleich für den KI Winter Anfang der 1990er Jahre verantwortlich.
Solange man die Zielstellung verfolgt, ein Computer programm zu erstellen oder eine Wissnsbasis anzulegen die von einem Computer program ausgewertet wird entsteht ein möglicher Reality gap. Also der Unterschied zwischen der Wirklichkeit und dem Computermodell was diese Wirklichkeit simuliert. Die einzige Methode diesen gap zu minimieren besteht darin, die Anzahl der regeln im Prolog Program zu erhöhen. Dadurch steigt die Komplexität der Software.
Die Antwort zum Reality gap problem lautet: Fernsteuerung. Es gibt also keine Robotik-Software welche den Roboter steuert sondern es gibt einen menshclichen Bediener. Und es gibt auch kein Expertsystem was eine Diagnose erstellt sondern ein menschlicher Experte erstellt die Diagnose. Durch die simple Forderung nach Fernsteuerung löst man alle Probleme der Künstliche Intelligenz der 1980er. Man tauscht das vorherige Berechenbarkeitsparadigma aus zugunsten eines Kommunikationsparadigmas. Der Computer ist nicht mehr dafür zuständig Programcode auszuführen, sondern der Computer übertragt Funksignale von A nach B.
Diese veränderte Rollenzuweisung entspricht weitaus besser der technischen Leistungsfähigkeit. Wenn die einzige Aufgabe des Computers darin besteht Signale weiterzuleiten sind die benötigte Hardware- Software- und Algorithmen trivial. Gleichzeitig entsteht ein neues Dilemma: Fernsteuerung bedeutet, dass kein Computer die entscheidung trifft sondern ein Mensch. Das wird üblicherweise nicht als KI betrachtet. Sobald ein Mensch mit Fernsteuerung den Roboter steuert, hat man eben keinen autonomen Roboter mehr der über eine Software Entscheidungen trifft sondern man hat ein normales RC Car realisiert.
Erst mit einem erweitereten KI Begriff der distributed cognition mit einschließt wird ein ferngesteuertes Auto zu einer Künstlichen Intelligenz umdefiniert. Distributed cognition ist eine relativ neue philosophische Richtung die davon ausgeht, dass Intelligenz sich aus der Kommunikation der Invididuum ergibt. Demnzufolge kann eine einzelne CPU in einem isolierten Roboter nicht intelligent sein, erst wenn diese CPU mit einer anderen CPU oder einem Menschen interagiert, entsteht Intelligenz.
Robotics and Artificial Intelligence
August 01, 2026
KI entwickeln ohne die Verwendung Künstlicher Intelligenz
July 31, 2026
KI Definition in der Vergangenheit
Eine häufig formulierte Definition von Künstlicher Intelligenz früher lautet, dass es darum geht menschliches Denken mit einem Computer zu simulieren. Diese Definition ist abgeleitet vom Turing Test, kann aber auch ohne einen mathematischen Hintergrund formuliert werden. Auch außerhalb der Informatik ist ein Roboter eine Maschine die so aussieht wie Mensch und das selbe leistet. Es geht also darum das menschliche Denken in einem Computer nachzubauen.
Als Einstieg mag diese Definition nützlich sein, allerdings gibt es das Problem dass unklar bleibt wie genau ein Computer einen Menschen nachbilden soll. Computer werden über Software programmiert und diese Software muss sehr präzise Angaben enthalten was der Computer tun soll. Genau an dieser präzisen Vorstellung bezüglich menschlichen Denkens fehlt es. Es gibt zwar durchaus Ansätze den Menschen zu untersuchen mit Hilfe von Biologie, Psychologie und Soziologie nur lassen sich die dabei gewonnenen Erkenntnisse nicht in Software übertragen. Als Folge wird Künstliche Intelligenz zu einer theoretisch philosophischen Betrachtung verkürzt und kann nicht durch Experimente falsifiziert werden.
Die Definition künstlicher Intelligenz bildet den Rahmen innerhalb derer die Erforschung vorangetrieben wird. Die obige Definition "KI=Menschen nachbauen" ist zu ungenau. Dadurch wird KI verunmöglicht.
Hier ist eine modernere Definition von KI, welche den Fokus auf Interaktion mit der Umwelt richtet:
"Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit eines Systems, in Echtzeit mit seiner Umgebung (einschließlich Menschen) zu interagieren, indem es sensorische Eingaben verarbeitet, Handlungen plant und ausführt sowie durch Feedback (z. B. Sprache, Gesten oder andere Signale) sein Verhalten anpasst, um zielgerichtete Aufgaben zu erfüllen oder Kommunikation zu ermöglichen."
July 29, 2026
KI als Mapping problem in der DIKW pyramide
Zumindest bis in die 2000er Jahre wurde Künstliche Intelligenz so definiert, dass menschliches Denken mit Hilfe eines Computers simuliert werden soll. Aufbauend auf dieser Definition wurden mehrere Strategien und Algorithmen diskutiert, die jedoch das selbst definierte Ziel nicht zu erreichen vermochten. Der wohl erfolgreichste Algorithmus der KI Forschung bis zum Jahr 2000 war der bekannte Minimax Algorithmus um Schach von einem Computer spielen zu können. Dieser Algorithmus war so erfolgreich, dass er sogar Großmeister schlagen konnte. Nur, Minimax lässt sich nicht auf Robotik-Probleme verallgemeinern.
Eine neuere und weniger bekannte Definition von Künstlicher Intelligenz lautet dass es ein Zuordnungsproblem ist zwischen low level daten und high leven natürlicher Sprache. Dieses Zuordnungsproblem entsteht innerhalb der DIKW pyramide (data, information, knowledge, wisdom). Vielleicht ein kleines Beispiel:
Über Motion capture wird die Bewegung eines menschlichen Aktors aufgezeichnet. Die x/y/z position der Mocap Marker sind Daten und gehören zum Data layer der DIKW pyramide. Jetzt soll über Mustererkennungsverfahren ermittelt werden, welche Pose der menschliche Aktor gerade ausführt. Diesre kann gehen, rennen, sitzen oder springen. Diese Labels werden im Information layer der DIKW pyramide gespeichert. Aufgabe für die Künstliche Intelligenz ist es jetzt zwischen beiden layern eine Zuordnung herzustellen. Es geht also um die Frage wie eine mathematische Realität auf eine linguistische Realität projiziert werden kann.
Die naheliegende Frage lautet: Warum muss der mathematische Raum der Mocap Marker auf einen linguistischen Raum der textuellen Label projiziert werden? Kann man die Steuerung von Robotern nicht auch eleganter/einfacher beschreiben?
Die Notwendigkeit der Sprachlichen Enkodierung ergibt sich aus dem Kommunikationserfordernis. Es reicht nicht, die mocap Marker als x/y/z position zu speichern, sondern zusätzlich soll einem außenstehender Beobachter in natürlicher Sprache übermittelt werden, was genau der Aktor gerade tut. Ziel ist weniger ein System intern zu beschreiben, sondern Zielstellung ist mit einem 2. System zu kommunizieren.
KI Forschung bis ca. zum Jahr 2000 war geprägt von der closed system Hypothese. Ziel war stets das interne Funktionieren eines Computers zu optimieren durch bessere Algorithmen, schnellere Programmiersprachen oder spezielle Datenbanken wie Cyc. Im Gegensatz dazu verfolgt KI Forschung ab dem Jahr 2000 das Ziel, die Kommunikation zwischen zwei Systemen zu verbessern. Die Frage lautet stets: wie kommunizieren zwei Menschen miteinander? Wie interagiert ein Mensch mit einem Roboter? Welche Interaktionsspiele zwischen einem Speaker und einem Hearer gibt es?
Selbstverständlich ist die obige Beschreibung stark vereinfachend. Auch vor dem Jahr 2000 gab es Versuche die Mensch-Maschine Interaktion zu verbessern:
- 1968,SHRDLU natural language understanding by Terry Winograd
- 1987,Vitra visual translator
- 1998,Rocco Robocup commentator by Dirk Voelz
Man könnte z.B. SHRDLU als Vorläufer heutiger Vision Language action (VLA) Modelle beschreiben. Anzahlmäßig waren jedoch KI Projekte, die natürliche Sprache als Kommunikationsschnittstelle verwendeten eher die Ausnahme. Es war vor dem Jahr 2000 unklar, dass dies wichtig ist und es war unklar wie man eine solche Schnittstelle technisch realisieren könnte. Hinzu kommt dass ein interdisziplinärer Ansatz bestehend aus Mathematik und Lingustik vor dem Jahr 2000 unüblich war.
July 28, 2026
Graph traversal with a head up display
The perhaps most simple example for a head up display is a graph traversal problem of a robot. The robot moves inside a graph and should reach a target node.
The AI for the robot works with a head up display. There is a text box at the bottom showing the inner voice of the robot. The inner voice determines at which position the robot is, which nodes are in the near, what the target node is, and which action should be taken next.
A mathematical problem, graph traversal, gets converted into a textual problem. Textual means, that the head up display is using words to describe the reality. possible words are [currentnode, goalnode, nextnode, distance_to_goal]. These words and events are used to describe the game state from a high level perspective. The text box ensures that the inner voice was implemented correctly. That means, the AI isn't solving an optimization problem and its not running an algorithm, but the main task for the AI is to generate textual output in the head up display and talk to the human operator.
July 27, 2026
The paradigm shift in robotics around the year 2010
According to published research papers, the year 2010 was a turning point in robotics research. After this year, higher effort was put into human to robot interaction with natural language. Projects from this time span were:
- M.I.T. forklift by Stefanie Tellex
- Marco route instruction following by Matt MacMahon
- Word2vec algorithm by Tomas Mikolov
These projects were started from around 2008 until 2013. Many smaller projects also tried to use natural language for robot control.
This development was different from robotics research until 2010. The years before this year, there was a search for sophisticated algorithms available like training algorithms for neural networks, path planning algorithms and SLAM algorithms. The search for novel algorithms was working with the same principle how common computer science is working. The idea was, that AI gets implemented on a computer, computers need an algorithm and the consequence is to develop dedicated robotics algorithms for solving tasks.
The problem with the algorithm centric perspective until 2010 was, that all these developed techniques were not powerful enough. Even advanced probabilistic path planning algorithms implemented on a multi core CPU are not able to control a warehouse robot. The problem is the reality gap. The robot assumes a different reality than the real reality and the algorithm can't bridge the gap. It makes no sense to program more additional software modules or create a larger database for the robot, but the principle of autonomous robotics in general has to be questioned.
This paradigm shift took place in published academic literature around the year 2010. Research papers written after this date put a higher emphasis on teleoperation and grounded language for robot control. The idea is, that the source of wisdom is located outside of the robot as a human operator and the task is to get access to this knowledge by asking the human in natural language.
Even if the principle sounds inaccurate, it can be scaled up towards more complex scenarios. In the easiest case the human to robot interface works with a list of predefined commands, in a more advanced setup a neural network can parse the instructions. In contrast to figure out algorithms for autonomous robots, the new paradigm is to build language parser and see a robot as an open system.
The paradigm shift around the year 2010 allows to create artificial intelligence. Nearly all the former problems in robot control can be solved with the open system paradigm. Its only a detail problem how to create a high level user interface, so that the human operator can provide general statements like "tidy up the kitchen" and the robot is doing the full task by its own.
Roughly spoken, robotics programmed after the year 2010 are entirely teleoperated. There is a human operator in the background who gives instructions, or the former human operator instruction list was translated into a computer program who talks with the robot as large language model. in all the cases the robot interacts with a higher instance outiside of the robot and the artificial intelligence is located in the language interface.
July 25, 2026
Engine for grounded language
One possible explanation why the symbol grounding problem has emerged late in the history of computer science is because the theory is difficult to realize on a computer. Suppose natural language is important for robot control, the problem is create a language parser which is working for a concrete domain.
A possible command for a robot might be "Move until obstacle and then stop". Each of the words is stored as a string, but it remains unclear who to process the instruction into actions for a robot. The reason is, that the sentence is formulated in English but computers need a programming language as input. Even if every word is encoded as a number, it doesn't make sense to submit an array with numbers to the robot because its not possible to add or subtract the values in a meaningful way.
In general the problem is how to convert natural language into a computer program. Without solving this issue, the symbol grounding problem remains only a philosophical problem without any practical consequences.
The good news is, that the problem of programming a parser can be solved. Not with tools from computer science but by using techniques from linguistics, namely language games. Instead of treating language parsing as an algorithm problem, the idea is to invent around words a puzzle game. Typical language games are:
- Name guessing game. Player1 points to an object in the reality, and Player2 has to tell the name
- NPC quest game, a non player character in a role playing game formulates a quest like "bring me the sword from the wood" and the player has to fulfill the task
- bounding box game, player1 says a word like "table" and player2 has to draw a bounding box around this object
All these language games are located outside of computer science. They have nothing to do with algorithms, programming language nor existing robotics libraries, but they are games played with 2 human players.
The interesting situation is, that its possible to simulate the games with a computer. The software encodes the rules of the language game, determines the score for the human player and then the player can take action inside this game.
The problem is not how to program a certain parser, but the problem is how to formulate the game outside of a computer first. A well formulated game can be implemented in a software with ease. The programmer needs only the specification of the game including its rule, and then its possible to program the game with python. The only requirement is, that the computer works like the original language game. The programming workflow is identical to implement card games and board games on a computer.


