August 01, 2026

KI entwickeln ohne die Verwendung Künstlicher Intelligenz

 Während der 1980er Jahre versuchte die KI Forschung Computern das Denken beizubringen. Vorhandene Programmiersprachen wie C oder Pascal wurden als nicht leistungsfähig genug betrachtet und durch dezidierte 5th generation languages wie Prolog und Expertensystems shells ersetzt. Die Zielstellung war, vorhandenes Wissen leichter auf einen Computer zu übetragen damit anschließend der Computer das Problem zu lösen vermag.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Semantic Web. Auch dort wurde die komplexe Wirklichkeit in Fakten gespeichert und dann von Rule-Engines ausgewertet. Man kann also semantic web als die logische Weiterentwicklung einer Expertensystem shell betrachten.

Im wesentlichen ging es darum, Teile der Wirklichkeit in ein Computerprogramm zu konvertieren. In diesem Computerprogramm konnten dann logische Schlüsse gezogen werden, eine Suche durchgeführt werden und Entscheidungen getroffen werden. Die Sprache Prolog ist sehr gut dafür geeignet, ein logisches Wissensnetzwerk zu erzeugen. Man gibt zuerst die Fakten in das Program ein und kann dann fehlende Informationen daraus folgern.

Die Stillschweigende Annahme hinter diesen Technologien bestand darin, dass eine KÜnstliche Intelligenz zwingend auf einem Computer ausgeführt wird in Form einer Software. Beim Semantic web gab es eine Wissensbasis gespeichert im Computer plus eine Rule engine, bei der Prolog Sprache gab es die Software einerseits und den Prolog interpreter andererseits. Diese strukuturelle Kopplung aus Künstlicher Intelligenz und Informatik ist historsich gewachsen, nur leider war sie zugleich für den KI Winter Anfang der 1990er Jahre verantwortlich.

Solange man die Zielstellung verfolgt, ein Computer programm zu erstellen oder eine Wissnsbasis anzulegen die von einem Computer program ausgewertet wird entsteht ein möglicher Reality gap. Also der Unterschied zwischen der Wirklichkeit und dem Computermodell was diese Wirklichkeit simuliert. Die einzige Methode diesen gap zu minimieren besteht darin, die Anzahl der regeln im Prolog Program zu erhöhen. Dadurch steigt die Komplexität der Software.

Die Antwort zum Reality gap problem lautet: Fernsteuerung. Es gibt also keine Robotik-Software welche den Roboter steuert sondern es gibt einen menshclichen Bediener. Und es gibt auch kein Expertsystem was eine Diagnose erstellt sondern ein menschlicher Experte erstellt die Diagnose. Durch die simple Forderung nach Fernsteuerung löst man alle Probleme der Künstliche Intelligenz der 1980er. Man tauscht das vorherige Berechenbarkeitsparadigma aus zugunsten eines Kommunikationsparadigmas. Der Computer ist nicht mehr dafür zuständig Programcode auszuführen, sondern der Computer übertragt Funksignale von A nach B.

Diese veränderte Rollenzuweisung entspricht weitaus besser der technischen Leistungsfähigkeit. Wenn die einzige Aufgabe des Computers darin besteht Signale weiterzuleiten sind die benötigte Hardware- Software- und Algorithmen trivial. Gleichzeitig entsteht ein neues Dilemma: Fernsteuerung bedeutet, dass kein Computer die entscheidung trifft sondern ein Mensch. Das wird üblicherweise nicht als KI betrachtet. Sobald ein Mensch mit Fernsteuerung den Roboter steuert, hat man eben keinen autonomen Roboter mehr der über eine Software Entscheidungen trifft sondern man hat ein normales RC Car realisiert.

Erst mit einem erweitereten KI Begriff der distributed cognition mit einschließt wird ein ferngesteuertes Auto zu einer Künstlichen Intelligenz umdefiniert. Distributed cognition ist eine relativ neue philosophische Richtung die davon ausgeht, dass Intelligenz sich aus der Kommunikation der Invididuum ergibt. Demnzufolge kann eine einzelne CPU in einem isolierten Roboter nicht intelligent sein, erst wenn diese CPU mit einer anderen CPU oder einem Menschen interagiert, entsteht Intelligenz.