Über Jahrzehnte verharrte die Debatte um Künstliche Intelligenz in einem narzisstischen Zirkelschluss. Die zentrale Fragestellung lautet schlicht: Wie bringt man einer isolierten Maschine das Denken bei? Der Fokus der Informatik lag fast ausschließlich auf dem System selbst – auf eleganter Code-Architektur, der Kompilation in C/C++, optimierten Laufzeiten und internen Entscheidungsbäumen. Die Maschine war ein isoliertes Gehirn im Reagenzglas.
Der entscheidende Paradigmenwechsel vollzog sich um das Jahr 1990 mit dem Aufkommen der Nouvelle AI, maßgeblich geprägt durch Rodney Brooks. Sein Ansatz der Behavior-Based Robotics stürzte das klassische Dogma um: Intelligenz ist keine Eigenschaft des Quellcodes, sondern das Produkt von Interaktion mit der Umwelt.
Die Kernmechanismen dieser Wende:
- Vom geschlossenen zum offenen System: Ein autarker Rechner benötigt kein komplexes Umweltschnittstellensystem. Sobald jedoch die physische Realität ins Spiel kommt, rückt das Kommunikationsproblem in den Mittelpunkt.
- Auflösung klassischer Informatik-Konzepte: In einem rein reaktiven, offenen System verlieren 32-Bit-RISC-Architekturen, starre Expertensysteme oder abstrakte Suchalgorithmen an Primärbedeutung. An ihre Stelle treten Sensorik, Kommunikationsprotokolle und die Notwendigkeit, Signale in Echtzeit zu verarbeiten.
- Emergente statt programmierte Intelligenz: Wie schon bei den kybernetischen „Schildkröten“ von William Grey Walter in den 1950ern erzeugt die Umwelt das Verhalten. Fährt ein Roboter wandbegrenzend durch einen Korridor, speichert er keinen Raumplan; die Architektur des Raumes ist sein Gedächtnis.
Intelligenz entsteht somit erst am Interface. Nicht der Algorithmus bestimmt das Handeln, sondern das dynamische Zusammenspiel aus Sensorik, Rückkopplung und Umweltbedingungen.
September 09, 2026
KI und die Entdeckung der Systemumgebung
September 08, 2026
State of the Art KI Technologien
Der word2vec Algorithmus oder Teleoperation von Robotern klingen zunächst wie Quatsch. Letzteres hat Edwin Olsen im Jahr 2010 in einem Votrag erläutert und sein Publikum hat gelacht als er Roboter mit Hilfe eines Joysticks steuern wollte. Sein Vorschlag war das genaue Gegenteil von dem, woran die Informatik seit Jahren geforscht hatte, und passte nichts ins Bild eines autonomen Roboters.[1]
Ähnlich muss es Tomas Mikolov ergangen sein, als seinen word2vec Algorithmus einer breiten Öffentlichkeit vorstellte. Technisch gesehen ist die Umwandlung von Wörter in numerische Vektoren simpel, unklar bleibt lediglich was der Zweck davon ist.
Warum beide KI Forscher ab dem Jahr 2010 auf leicht sonderbare Theorien kamen war, dass frühere Versuche künstliche Intelligenz zu erzeugen, nicht funktionierte. Die Zielstellung autonome Roboter zu programmieren welche ohne Fernsteuerung funktionieren, wurde 50 Jahre lang erfolglos versucht, und das Ziel neuronale Netze mit numerischen Mustern zu trainieren wurde ebenfalls lange versucht ohne dass sich damit denkende Maschinen erzielen ließen. Folgerichtig wurden diese Versuche eingestellt zugunsten neuer unbekannter Verfahren.
Man kann sich die Atmosphäre im Jahr 2010 ungefähr so vorstellen. Der eine Robotik-Forscher behauptet, dass man Roboter mittels Joystick steuern soll, der nächste KI Forscher welcher auf Suchmaschinen spezialisiert ist schlägt vor, Worte als Vektoren in neuronalen Netzen zu speichern. Beide Ideen klingen für die damalige Community wie Unsinn. Sie verstehen zwar was es technisch bedeutet, aber sie sehen keinen rationalen Grund es zu tun.
[1] Winning the MAGIC 2010 Autonomous Robotics Competition https://www.youtube.com/watch?v=OuOQ--CyBwc
September 01, 2026
From mathematics to non mathematics in robotics
The classification matrix shows algorithms on two categories: a) mathematics to linguistics and b) batch to interactive processing. Artificial Intelligence in the past was influenced by the bottom left section based on optimization algorithms like PSO and search algorithms like RRT. These algorithms are useless for advanced robot control so there was a need to invent more advanced techniques.
Advanced means that at first the former focus on mathematics was replaced by a linguistics paradigm. Early examples were ontologies, OWL and knowledge graph. And second the former batch oriented paradigm was replaced by interactive systems. An example which combines both is voice control robotics which is based on interactive with a human user and by natural language.
Voice control was popular in the 2010 for example in the MIT forklift robot and has evolved in more recent vision language action models based on neural networks available since 2025. These state of the art robot control algorithms are located top right in the chart.
Let us take a closer look into the figure. Algorithms in the past were designed with a certain purpose. For example simulated annealing allows to find the local minimum for a cost function which is the correct algorithms more most mathematical optimiziation problems. Other concepts like ontologies were designed to capture domain specific knowledge. It allows a computer to access human knowledge.
The problem with these algorithms was, that they are not powerful enough. Its not possible to use them directly for robot control. Its unclear how a certain robot OWL ontology has to look like and an algorithms like potential field has a very long runtime. So there is a need to develop a new sort of algorithm which is located in a different section of the figure.
This missing Quadrant is located on top right in the figure at the interaction of linguistics + interactive. Such kind of algorithms are very powerful and are new developments. ITs possible to use them for robot control. Their inner working is based on linguistics on the one hand that means, domain knowledge isn't stored in numbers but in words, and secondly they are based on external feedback loops realized with interactive control. That means, a human operator gives a textual command to the robot like "move north and stop".
If these algorithms are labeled with a single term it would be "voice control". These algorithms are working very different from classical AI algorithms in the past because there is no mathematical optimiziation problem and there is no semantic network or knowledge graph available anymore. Instead the algorithm acts as a parser. Its an interface between man and machine.
Rückblick auf 70 Jahre KI Geschichte
Seit der Erfindung des Computers in den 1950er Jahren gab es parallel dazu eine philosophische Debatte über Künstliche Intelligenz und Robotik. Demnach blickt die Erforschung künstlicher Intelligenz auf eine rund 70 jährige Geschichte zurück, worin Mathematiker und Programmierer aus mehreren Generationen mitgewirkt haben.
Das ungelöste Problem in diesem Zeithorizont war die kombinatorische Explosion des Suchraums. Bereits die ersten Schachprogramme in Software waren von der Größe des game trees (=Suchbaums) überfordert. Es gab große Anstrenungen mit Hilfe von Bewertungsfunktionen, schnellen Algorithmen und besserer Hardware die kombinatorische Explosion zu überwinden aber es gelang nicht. Die aufkommende Robotik war von dem selben Hinderniss blockiert. Man kann anhand des piano movers und mittels motion planning Aufgaben zeigen, dass auch hier der Suchbaum sehr groß ist und gegen unendlich geht wodurch es nicht möglich ist für einen Computer eine Entscheidung zu treffen was in einer Situation zu tun ist.
Theoreitsch gesehen kann man künstliche Inteliigenz dadurch realisieren indem man den Suchbaum durchprobiert um die beste Aktion zu finden, nur dauert das je nach Domäne Jahre bis Jahrzehnte auf aktueller Computerhardware. Eine KI Software die jedoch nur ausgibt, dass sie nachdenkt, aber keine Antwort liefert ist praktisch nutzlos.
Die kombinatorische Explosion ist ein Fakt den die Künstliche Intelligenz seit ihren Anfängen begleitet hat. Man kann für ein konkretes Computerspiel wie Schach, Lemmings oder Autorennen im Detail berechnen wie umfangreich der Suchbaum jeweils ist, anderer Forscher können diese Berechnung überprüfen und gelangen zum selben Ergebnis, nur dadurch wird das Problem nicht gelöst sondern es gibt lediglich einen Konsens darüber dass die Aufgabe unlösbar ist.
Es ist verständlich warum einige KI Forscher in der Vergangenheit vermuteten, dass Künstliche Intelligenz vielleicht nicth realisierbar ist auf einem Computer. Das es also ähnlich wie ein Perpetuum mobile ein Naturgesetz gibt wonach denkende Maschinen nur in der Science Fiction möglich sind. Es gibt in der Informatik sogar ein Pendant zum Energieerhaltungssatz und zwar die Vermutung P!=NP, was diese Vermutung auf eine mathematische Grundlage stellt. Was man gesichert annehmen kann ist dass es keine mathematische Lösung gibt für KI Probleme wie das piano movers problem. Sondern dass die Lösung außerhalb der Mathematik zu suchen ist.
Die Mathematik verwendet als wichtiges Werkzeug das Zahlensystem sowie Algorithmen die auf den Zahlen angewendet werden. Mit diesem Werkzeugkasten lassen sich bestimmte Aufgaben lösen und andere nicht. Leider liegen KI Probleme wie die Steuerung von robotern oder das automatische Spielen von Computerspielen in jener Klasse von Problemen für die es keine mathematischen Lösungsverfahren gibt. Selbst neuartige propabilistische sampling Verfahren wie RRT sind nicht leistungsfähig genug für motion planning Probleme. Die einzige Methode um KI Aufgaben zu lösen wäre eine generalisierte Heuristik. Allerdings hat die Erforschung der KI in über 70 Jahren keine solche Metaheuristik finden können.
Um den Pessimismus zu verstärken hier einige Versuche aus der Vergangenheit Robotikprobleme zu lösen, die sich jedoch als nicht leistungsfähig genug erwiesen haben:
1. Pfadplanung mit A* Graphensuche
2. Dynamische Programmierung nach Richard Bellman
3. STRIPS plannungsalgorithmus
4. potential field method
5. genetische Algorithmen
6. Simulated Annealing
7. Expertensysteme
8. Ant Colony Optimization
9. Partikelschwarm-Optimierung
10. Neuronale Netze
11. Probabilistische Roadmaps
12. Rapidly-exploring Random Trees
Anzahlmäßig gab es also mehrere Ansätze die als metaheuristik angepriesen wurden, allerdings in der Praxis gescheitert sind. Keiner der Verfahren ist in der Lage die kompbinatorische Explosion zu vermindern. Das bedeutet konkret, dass sobald man z.b. einen Simulated Annealing Algorithmus startet um die Greifplanung eines Roboters durchzuführen, dass dieser Algorithm 100% der CPU Leistung benötigt und nach 1 Woche Rechenzeit immernoch keine Antwort gefunden hat.
Das eigentliche Problem mit den obigen Verfahren ist dass sie alle mathematisch orientiert sind. Sie versuchen ein optimierungsproblem zu lösen was als unlösbar bekannt ist. Die neueren Verfahren wie Partikelschwarm-Optimierung arbeiten dabei mit statistischen Ungenauigkeiten um so den Suchraum zu verkleinern, trotzdem bleiben sie innerhalb des mathematischen Horizonts verhaftet.
Das vermutlich höchst-entwickelteste Verfahren in der Liste sind neuronale Netze die eine eigene Kategorie bilden und viele Unterbereiche aufweisen. Es gibt mehrere Neuronale Netze mit vielen Lernverfahren. Aber auch hier gelang es nicht, Roboter zu steuern, grund ist dass der Rechenaufwand zum Finden der richtigen Gewichte für das Netz zu lange dauert und das unklar ist wie lange man genau warten muss bis ein neuronales Netz konvergiert.
Ein hochentwickeltes Verfahren ist Neuroevolution of augmenting topologies (NEAT) aus dem Jahr 2002 was genetische Algorithmen mit neuronalen Netzen kombiniert und in der Theorie eine Metaheuristik ist mit der jedes Optimierungsproblem gelöst werden kann. Allerdings nur theoretisch, in der Praxis scheitert NEAT an der hohen Rechenzeit.
Im Gegensatz dazu sind Sprachorientierte verfahren wie Ontologien nicht länger zahlenbasiert, aber setzen immernoch voraus dass der Roboter die Lösung von allein findet und zwar mit Hilfe eines semantic networks.
Das neueste und mächtigste Verfahren "voice control" ist einerseits linguistisch orientiert und zugleich interaktion. Ein Menschlicher Benutzer gibt dem Roboter von Außen Kommandos in natürlicher Sprache.
August 28, 2026
Die lange Reise zur Künstlichen Intelligenz
Von der Computertechnik ist bekannt dass sie sich sehr schnell weiterentwickelt. Innovationen wie die 3.5 Zoll Floppy disk waren einerseits Meilensteine des Fortschritts, wurden zugleich aber nach wenigen Jahren durch bessere Techniken wie USB Flash drives ersetzt. Die Computertechnisch schreitet ständig voran.
Ganz anders verlief die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz sehr langsam. Die Ursprünge lassen sich auf das Jahr 1912 zurückführen als Torres Quevedo einen Schachautomaten für das Endspiel konstruierte [1] Seite 1. In den 1980er wurden Schachprogramme in Software realisiert und erst 1997 gelang es der Firma IBM unter hohem Technischen Aufwand den menschlichen Weltmeister zu schlagen.[1] seite 2.
Einfacher formuliert hat es 85 Jahre gedauert bis der Schachautomat von Torres Quevedo soweit verbessert wurde, dass er tatsächlich einsatzfähig war.
Die Langsamkeit der Entwicklung deutet darauf hin, dass die Realisierung Künstlicher Intelligenz anspruchsvoll ist. Trotz hohem Aufwand durch Forscher an den Universitäten und in der Industrie gelang es über Jahrzehnte nicht nennenswerte Fortscrhitte zu erzielen. Gleichzeitig sei erwähnt dass Computerschach ohne praktische Bedeutung ist, will man KI in Form von Robotik einsetzen benötigt man weitere Forschungsprojekte.
Es gibt eine mögliche Erklärung warum die Geschichte der Künstlichen Intelligenz so langatmig ist. Weil ähnlich wie bei dem Versuch ein Perpetuum mobile zu konstruieren die meisten prototypen nicht funktionieren. Von frühen Neuronalen Netzen aus den 1990er Jahren ist bekannt dass sie keinerlei Ergebnis erzielten, es blieb unklar ob das neuranale Netz mittels OCR auf einem Bild eine handschriftliche Zahl erkannte oder nicht. Bei Robotik-Projekte sieht es noch pessimistischer aus. Das Stanford Cart was in den 1970er Jahren von Hans Moravec und anderen entwickelt wurde, war langsam blieb häufig stehen und funktionierte nicht.
Es verwundert wenig das kritischer Beobachter der KI Forschung zu dem Schluss kamen, dass der Ansatz an sich, also einer Maschine das Denken beizubringen, nicht funktioniert.
Quellen:
[1] Bruderer, Herbert. "Die künstliche Intelligenz begann 1912 mit dem Schachautomaten von Torres Quevedo." (2020).
August 21, 2026
Das scheitern der KI in der Vergangenheit
Es gab früher durchaus Ansätze um np harte probleme zu lösen und zwar mittels Heuristiken, allerdings gab es dafür keine Generalisierung. Bei Motion planning wurden z.b. Kostenfunktionen verwendet um zu entscheiden, welche Knoten des Suchbaums zuerst erweitert werden. Der RRT Algorithmus verwendet eine solche Heuristik, aber auch A* nutzt es.
Sobald ein Problem als np hart erkannt wurde und es keine Heuristiken zu dessen Lösung gibt, ist der Rechenaufwand zu hoch um es mit einem Computer zu lösen. So kann man zeigen dass bestimmte Computerspiele unlösbar sind für eine KI. Nur bei kleinem Suchbaum und vorhandenen Heuristiken konnten Computerprogramme in der Vergangenheit Spiele gewinnen, wie dies bei Computerschach oder Tictactoe demonstriert wurde.
Robotikprobleme wie dexterous grasping und biped walking hingegen wurden als np harte Probleme erkannt, es fehlte an Heuristiken und folglich waren diese Probleme unlösbar für damalige Computerhardware.
Das erwähnte NP Hard Problem ist ein sehr wichtiges Gebiet innerhalb der Informatik wie auch der Künstlichen Intelligenz und es gibt sehr viele Bücher und Paper zu der Thematik. Google Scholar findet z.B. 2 Millionen Paper zu "np hard problems". Gleichzeitig stellt es eine Sackgasse in der Forschung da, die meisten Wissenschaftler waren der Meinung dass es unlösbar ist und folglich KI nicht möglich ist.
Der Diskurs betrachtet Probleme aus der realen Welt unter einem streng mathematischen Blick. zuerst wird untersucht wie groß der Problemraum ist, also wie viele Möglichkeiten in einem Computerspiel existieren eine Entscheidung zu treffen. Dann wird untersucht wieviele Möglichkeiten es gibt wenn man die Zeitachse berücksichtigt, z.B. kann in einem Jump'n'Spiel der Charakter bei timecode #00:01 in die Luft springen oder bei timecode #0:05. Und zu Letzt wird untersucht in welchen Fällen das Computerspiel gewonnen wird, also ob statistisch gesehen es viele Wege ins Ziel gibt oder nur sehr wenige.
Aus dieser Analyse kann man dann abschätzen wie groß der Suchraum ist, und ob es möglich ist Computerspiele nur durch zufälliges Durchprobieren zu lösen. Teilweise wird versucht mittels Optimierungsverfahren wie reinforcement learning einen Algorithmus zu konstruieren, der von allein Spiele gewinnen kann.
Wie schon erwähnt stellen diese Ansätze eine Sackgasse da. Sowohl die mathematische Analyse des Problemraumes, als auch stochastische Suchverfahren sind nicht im Stande Robotikprobleme zu lösen. Über Jahrzehnte drehte sich die Forschung im Kreis, es gelang nicht die erwähnten NP Harten probleme zu lösen, Heuristiken zu konstruieren oder zu ergründen woran es genau scheiterte.
Interessanterweise erbrachte selbst der Einsatz von neuronalen Netzen keinen Fortschritt. Wenn man beispielsweise einen Deep learning Algorithmus auf einer modernen GPU Grafikkarte startet damit dieser Algorithmus ein Jump'n'Run Videospiel gewinnt, wird der Ansatz scheitern. Der Problemraum ist viel zu groß, als das das neuronale Netz von allein die richtigen Entscheidungen lernt. Es gab in den 2010er Jahren dazu mehrere Beispiele aber keines davon war in der Lage künstliche Intelligenz zu realisieren.
Das Dilemma der KI in der Forschung in der Vergangenheit war, dass für die meisten Computerspiele wie auch Robotikprobleme klar erkannt wurde, dass es sich um np hard probleme handelte. Gleichzeitig fehlte es an einem Algorithmus um diese Probleme zu lösen. Was es gab waren Brute Force Algorithmen zum vollständigen Durchsuchen des State Space, diese hatten aber eine sehr hohe Laufzeit auf einer CPU und waren damit nicht praktikabel.
Die Analyse von np harten Problemen sowie der Beweis, dass eine bestimmte Aufgabe zu dieser Kategorie gehört, kann man als klassische Informatik definieren, welche nach mathematischen Prinzipien erfolgte. Über mathematische Formeln wurde gezeigt wie groß der Problemraum ist, auf dem Computer wurden Algorithmen implementiert um diesen zu durchsuchen und die Ausführung der Algorithmen auf Hardware ergab, dass das Problem nicht lösbar ist. Der Diskursraum war also klar definiert. Die einzige Innovation bestand darin sehr spezielle Heuristiken zu erfinden welche die Ausführungszeit der Suche leicht verbesserten. Das also mit der richtigen Heuristik eine Pfadplanung in einer 2d Karte nicht länger 10 Sekunden dauert sondern nur 1 Sekunde.
Leider waren verbesserten Heuristiken und neuartige Suchalgorithmen wie RRT nicht im Stande Real life Probleme zu lösen wie sie in der Robotik existierten. Selbst stark vereinfachte Robotik-Challanges wie Micromouse erzeugen einen hochkomplexen Suchraum. Man wusste zwar durch mathematische Analyse wie groß der Suchraum genau ist und wie lange es dauert diesen vollständig zu durchsuchen aber es war unklar wie man das Problem, also z.b. micromouse, lösen kann.
Die Forschung zu np harten Problemen lässt sich in Phasen unterteilen:
1980er Jahre, optimistische Sicht, mit schnellerer Hardware und neuen Algorithmen lassen sich derartige Probleme lösen
2000er Jahre, neutrale Sicht, bestimmte Motion Planning probleme sind so komplex dass man probabilistische Algorithmen benötigt und nur Teilprobleme lösen kann
2010er Jahren, pessimistische Sicht, np harte Probleme sind unlösbar, Mathematik ist prinzipiell nicht in der Lage das Problem zu lösen, vorhandene Algorithmen sind nutzlos
Erst die pessimistische Sicht in den 2010er Jahre machte den Weg frei für eine komplett andere Sichtweise. Damit ist gemeint, eine nicht mathematische und eine nicht algorithmische Sichtweise zu nutzen. Selbst heute im Jahr 2026 erscheint ein solcher gegensätzlicher Ansatz als absurd, weil ja Informatik auf Mathematik aufbaut und weil Algorithmen das zentrale Element der Informatik sind. Computer basieren auf Logik, aber nicht auf Intuition und Algorithmen enthalten Anweisungen aber keinen Kontext. Es verwundert wenig dass sich die Informatik schwer damit tat, das vertraute Gebiet zu verlassen und komplett neue Ansätze zu verfolgen.
Es gab eine Meilensteine in der Geschichte der Robotik welche ein Ablösung von der Mathematik und von Algorithmen propagierten: So hat im Jahr 1990 Rodney Brooks postuliert, dass die Umgebung eines Roboters als Steuerung verwendet werden kann, während im Jahr 2000 Cynthia Breazeal erstmals die Interaktion von Robotern mit Menschen näher erforscht hat. In beiden Fällen lag der Fokus nicht länger auf dem Roboter selber sondern auf der Umgebung innerhalb derer der Roboter agiert. Diese Umgebung kann ein Labyrinth sein, in dem der Roboter herumfährt oder es kann ein Mensch der in die Kamera schaut. Der Fokus auf die Umgebung stellt einen wichtigen Beitrag da um np harte Probleme anders zu untersuchen.
August 18, 2026
Wie natürliche Sprache Einzug hielt in die Künstliche Intelligenz
Künstliche Intelligenz ist ein sehr traditionsreiches Thema was über Jahrzehnte erforscht wurde. Lange vor der Dartmouth Conference im Jahr 1956 gab es versuche Schacuautomaten und Androiden zu bauen. Auch in der science Fiction literatur waren Roboter ein fester bestandteil, z.B. in der R.U.R. Geschichte von 1920. Obwohl niemand sagen kann wie man denkende Maschinen baut gab es doch verschiedenen Ideen darüber wie sich Roboter technisch realisieren ließen.
Mit der Erfindung des Computers in den 1940er rückten computergesteuerte Roboter in den Fokus. Die wissenschaftlich These lautete fortan dass Künstliche Intelligenz das Resultat von Algorithmen sei, also eines Programs was auf einer CPU ausgeführt wird. Diese Sichtweise prägte über Jahre die Forschung. Bis heute hält sich die Vorstellung unter informatikern, dass Künstliche Intelligenz ein Program sei was von einem Computer ausgeführt wird und Prbbleme lösen kann.
Mitte der 1980er Jahre hat Douglas Lenat das Cyc Projekt ins Leben gerufen. Es war ein umfangreiches Forschungsprojekt was Künstliche Intelligenz nicht über algorithmen realisieren wollte sondern mit Hilfe von Ontologien, also Wissensdatenbanken. Die Idee war dass Intelligenz in semantischen Netzen gespeichert sei. Obwohl das Cyc projekt rückblickend eine Sackgasse darstellte half es dabei eine neue Perspektive zu entwickeln. Anders als sortier oder optimierungsalgorithmen benötigen Ontologien keine CPU sondern werden auf Festplatten gespeichert, sind also Datenstrukturen.
Es dauerte noch einige Jahre bis das Ontologie konzept erweitert wurde zur These dass Künstliche Intelligenz etwas mit natürlicher Sprache zu tun hat. Anders als die Ontologien aus dem Cyc Projekt lässt sich natürliche Sprache sehr viel schwerer von Computern parsen. Sprache ist nicht als graph organisiert sondern es gibt Wörter die eine BEdeutung haben die aber nicht im Satz selber enthalten ist. Um natürliche Sprache dennoch mit Computern zu verarbeiten benötigt man weitere Hilfsmittel wie datasets in welchen Interaktionen mit Sprache gespeichert sind. Diese Datasets dienen als input für neuronale Netze womit sich LLM Chatbots erzeugen lassen die aktuell im Jahr 2026 die KI Landschaft prägen.
Rein technisch hätte bereits in den 1960er Jahren ein Informatiker behaupten können dass künstliche Intelligenz etwas mit natürlicher Sprache zu tun habe. Und es wäre möglich gewesen auf damaligen Computern ein Bilderkennungsprogram schreiben zu können was ein Bild in Sprache konvertiert. Das problem war, dass die Idee viel zu fortschrittlich war als dass sie in den 1960er geläufig wäre. Selbst heute gilt die Vorstellung dass Computer natürliche Sprache verwenden so wie Menschen als provokative Äußerung. Sprache wird zwar von Philosophen untersucht und von Linguistikern in Wörterbüchern explizit gespeichert, aber der Konsens ist dass nur Menschen sprechen nkönnen, nicht aber Tiere und erst recht nicht Computer.
Die Verwendung von Sprache als Technologie um künstliche Intelligenz zu ermöglichen war ein langer prozess innerhalb der Informatik der Jahrzehnte benötigte. Zu nennen ist beispielsweise der M.I.T. Ripley robot von Deb Roy in 2003, oder der Word2vec Algorithmus aus 2013. Technisch gesehen sind beide Projekte höchst unterschiedlich aufgestellt, einmal geht es um die Steuerung von Robotern und beim zweiten Beispiel um präprocessing für neuronale Netze. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass natürliche Sprache als zentrales Element für ein KI Projekt eingesetzt wird. Demnach ist jenes Modul womit der Computer denkt, zugleich das Modul was sprache versteht und Sprache generiert.
Sprache ist deswegen der zentrale Baustein von künstlicher Intelligenz weil damit eine Referenz auf die Umwelt des Roboters erfolgt. Die Einbettung des Roboters in eine Umwelt wurde zuerst von Rodney Brooks in den 1990er Jahren erkannt. Es ist nicht ausreichend eine Maschine zu bauen und darauf ein Programm auszuführen sondern Robobter müssen über sensoren die Umwelt wahrnehmen. Die Intelligenz wird also erst über eine Interaktion mit der Umgebung erzeugt, und Sprache ist dafür das Interface. Sobald ein Roboter Sprache parsen und erzeugen kann besitzt der Roboter über ein leistungsfähiges referenzsystem. Er kann auf Kommandos reagieren, er kann sensor signale in Sprache umwandeln, er kann beobachtungen in einer Log datei speichern. Daduruch entsteht Künstliche Intelligenz.
August 09, 2026
Grenzen autonomer Robotik
Der simple Grund warum bis ca. 2010 es unmöglich war Roboter zu bauen und zu programmieren liegt darin, dass unklar blieb wie genau komplexe Aufgaben in Software algorithmisch bewschrieben werden sollten. Wenn z.b. ein Roboter den kürzesten Weg zum Ziel finden soll um dort einen Gegenstand präzise zu greifen benötigt der Roboter eine extrem komplexe Steuerungssoftware aus vielen tausend Zeilen von Code. Dieser Code muss irgendwer programmieren.
Soll der Roboter komplexere Aufgaben lösen z.b. bei selbstfahrenden Autos oder beim biped walking erhöht sich der Programmieraufwand weiter. Zwar konnten KI Forscher bis 2010 grundsätzlich den benötigten C/C++ Softwarestack programmieren udn mögliche Fehler darin korrigieren, nur eben in einem sehr langsamen Tempo mit den üblichen 10 lines of code pro Tag für neu zu erstellende Software. Es verwundert wenig das größere Robotik-Projekte mit diesem Entwicklungstempo unmöglich zu realisieren waren.
Die Antwort auf das Dilemma besteht keineswegs darin über genetische Algorithmen die Software sich selbst verbessern zu lassen sondern die benötigte Technologie um Roboter zu programmieren besteht in der Externalisierung von Intelligenz. Je mehr Aufgaben der Roboter an eine Umwelt deligiert desto schlanker ist die verbleibende Robotik-Software. Ein anderer Begriff für Externalisierung lautet Teleoperation. Das heißt die Wegfindung oder die Greifplanung eines Roboters wird nicht länger in Software realisiert sondern durch einen menschjlichen Bediener außerhalb des Roboters.
Anstatt das Für und Wieder von Teleoperation zu untersuchen ist es wichtiger sich die Sprachinterfaces zu kümmern die zwischen dem Roboter und dem menschlichen Bediener benötigt werden. Dieses Interface funktioniert in bidirektionaler Richtung: der Roboter reagiert auf gesprochene Kommandos und der Roboter sendet verbale Statusinformation an den Menschen zurück.
Mit Hilfe eines natürlichsprachlichen Interfaces lassen sich einerseits hochkomplexe Roboter realisieren wie z.b. selbstfahrende Autos, während gleichzeitig die benötigten Codezeilen gering sind. Die Aufgabe der Robotersoftware ist weniger das Steuern des Roboters, sondern das Ziel ist ein Sprachinterface bereitzustellen damit der Roboter effektiv aus der Ferne gesteuert werden kann.
Bis ungefähr zum Jahr 2010 erschien das Konzept von ferngesteuerten Robotern absurd. Es wurde nichtmal kritisch distanziert von der KI Community diskutiert sondern überhaupt nicht thematisiert. Der Konsens stattdessen lautete3 autonome Roboter zu bauen die ohne Teleoperation funktionieren. 100% aller Robotikwettbewerbe wie Robocup, micromouse, Carolo-Cup oder die Darpa Grand challenge arbeiteten nach diesem Prinzip.
August 07, 2026
Old school artificial intelligence
Before the advent of large language models, there was lots of AI related research available which was mostly ignored by the public. Typical topics in robotics from the past was NEAT neuroevolution, model predictive control and genetic algorithms. All these concepts were working with computational paradigm. At first the fitness function was defined, e.g. the robot gets +1 reward for moving on step forward, and then an algorithm modifies the parameters of the neural network. In case of model predictive control it was even possible to plan one step ahead, so that the robot was able to use a trial&error strategy.
These concepts can be called old school artificial intelligence because they were working with computers and algorithms as the core element. The assumption was that artificial intelligence is equal to search, so its a mathematical optimization problem. Instead of finding the prime numbers from 1 to 1 million and find 1000 digits of the PI constant, the goal was to use raw processing power to solve robotics problems.
The mentioned NEAT and genetic algorithms strategy were the core principle of AI in the past. Large scale projects like CAM brain and the fifth generation computers in Japan were built around these subjects. The researchers have treated AI problems as mathematical optimization problems by transforming robot motion planning into a mathematical state space first, and then use algorithms to solve these problems.
What was unclear until around 2010 was, that all these strategies have failed. Mathematics and algorithms in general are not powerful to solve robotics problems. This insight is even today some sort of blasphemy because mathematics and algorithms are the building blocks in computer science. If both concepts are rejected as weak then the amount of remaining strategies is small and even empty.
The major result of old school artificial intelligence was not to build robots but to proof that mathematical optimization is a dead end. It can be formulated from a theoretical perspective, that all interesting robotics problems are np hard, and that genetic algorithms including NEAT are not able to solve this problem category. Therefor AI can't be realized.
Its possible to replicate the failure of NEAT and similar approaches with today's software libraries. At first a robotics problem gets formulated, e.g. a walking robot in the OpenAI gym which is a 2d simulator. then a state of the art neuroevolution library is utilized to control the robot. A handcrafted fitness function will reward the algorithm so that the optimization can evolve into improved biped walking generator. Unfortunately, the described setup won't work in reality. Even if the robot walks some steps forward the robot will struggle on larger obstacles. At the same time, the CPU consumption is very high.
At first the fitness function of the robot will improve, but then there is no further improvement available and its impossible to fix the problem. Some reinforcement learning advocates are explaining that with parameter tuning the problem can be solved, other NEAT users claim that with future algorithm update the issue might be solved. But the sad reality is, that mathematical optimization in general fails for robotics problem. No matter if NEAT, genetic algorithm or Q learning was utilized, none of these strategies can control a biped walking robot.
Such kind of insight isn't the end of robotics research but it provides meaningful facts about the limitation of old school algorithms. It shows on a practical example, what sort of AI algorithm isn't working in reality. This opens the path for more advanced AI techniques beyond classical computer science.
August 03, 2026
KI als Berechnungsprozess
Zumindest früher und in einem universitären Kontext wurde Künstliche Intelligenz erstaunlich präzise definiert. Rückblickend betrachtet war diese Definition eine Sackgasse welche paradoxerweise das Entstehen von leistungsfähiger Robotik sowie von Large language modelle verhindert hat anstatt zu ermöglichen. Dennoch ist es wichtig sich mit dieser philosophischen Sackgasse näher auseinanderzusetzen.
In einem älteren Foliensatz aus dem Jahr 2005 wurde erläutert dass Künstliche Intelligenz ein Berechnungsprozess sei. [1] page 3. Um ein Problem zu lösen müsse man im Problemraum suchen. [1] page 5
Es werden mehrere Beispiele genannt wie das "Affe und Banana Problem" und "Der Turm von Hanoi" und es werden Lösungsalgorithmen vorgestellt wie uniformierte Suche, Backtracking und Hill climbing mit Bewertungsfunktion.[1] page 12
Insgesamt ist die Darstellung richtig und für die damalige Zeit state of the art. Foliensätze von anderen Universitäten waren ähnlich aufgebaut. Die Grundannahme lautet dass ein klar definiertes Problem existiert was sich über Suchalgorithmen lösen lässt. Als bestes Suchverfahren gilt Hill climbing mit Bewertungsfunktion was auch als heuristische Suche bezeichnet wird.
Die Aufgabe des Computerprograms besteht darin diese Suche auszuführen. Also eine Berechnung durchzuführen welche als Algorithmus definiert wurde. Demnach ist KI die Anwendung einer CPU um Probleme zu lösen.
Was zumindest in der Vergangenheit nicht bekannt war oder verdrängt wurde ist, dass das Verfahren nur bei sehr simplen Problemen funktionoiert wie Finden eines Weges in einem Labyrinth oder Computerschach. Sobald die Probleme geringfügig anspruchsvoller werden, z.B. sehr große Labyrinthe, komplexere Brettspiele oder gar Robotik versagt das Verfahren. Ein typisches Beispiel ist Greifplanung für eine Roboterhand. Selbst wenn eine Bewertungsfunktioni existiert gelingt es nicht mittels Suche im Problemraum eine Lösung zu ermitteln. Der Suchraum ist viel zu groß.
[1] Joachim Funke: Seminar: Denken und Problemlösen, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 2005, https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/lehre/050217_Computermodelle.pdf
August 01, 2026
KI entwickeln ohne die Verwendung Künstlicher Intelligenz
Während der 1980er Jahre versuchte die KI Forschung Computern das Denken beizubringen. Vorhandene Programmiersprachen wie C oder Pascal wurden als nicht leistungsfähig genug betrachtet und durch dezidierte 5th generation languages wie Prolog und Expertensystems shells ersetzt. Die Zielstellung war, vorhandenes Wissen leichter auf einen Computer zu übetragen damit anschließend der Computer das Problem zu lösen vermag.
Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Semantic Web. Auch dort wurde die komplexe Wirklichkeit in Fakten gespeichert und dann von Rule-Engines ausgewertet. Man kann also semantic web als die logische Weiterentwicklung einer Expertensystem shell betrachten.
Im wesentlichen ging es darum, Teile der Wirklichkeit in ein Computerprogramm zu konvertieren. In diesem Computerprogramm konnten dann logische Schlüsse gezogen werden, eine Suche durchgeführt werden und Entscheidungen getroffen werden. Die Sprache Prolog ist sehr gut dafür geeignet, ein logisches Wissensnetzwerk zu erzeugen. Man gibt zuerst die Fakten in das Program ein und kann dann fehlende Informationen daraus folgern.
Die Stillschweigende Annahme hinter diesen Technologien bestand darin, dass eine KÜnstliche Intelligenz zwingend auf einem Computer ausgeführt wird in Form einer Software. Beim Semantic web gab es eine Wissensbasis gespeichert im Computer plus eine Rule engine, bei der Prolog Sprache gab es die Software einerseits und den Prolog interpreter andererseits. Diese strukuturelle Kopplung aus Künstlicher Intelligenz und Informatik ist historsich gewachsen, nur leider war sie zugleich für den KI Winter Anfang der 1990er Jahre verantwortlich.
Solange man die Zielstellung verfolgt, ein Computer programm zu erstellen oder eine Wissnsbasis anzulegen die von einem Computer program ausgewertet wird entsteht ein möglicher Reality gap. Also der Unterschied zwischen der Wirklichkeit und dem Computermodell was diese Wirklichkeit simuliert. Die einzige Methode diesen gap zu minimieren besteht darin, die Anzahl der regeln im Prolog Program zu erhöhen. Dadurch steigt die Komplexität der Software.
Die Antwort zum Reality gap problem lautet: Fernsteuerung. Es gibt also keine Robotik-Software welche den Roboter steuert sondern es gibt einen menshclichen Bediener. Und es gibt auch kein Expertsystem was eine Diagnose erstellt sondern ein menschlicher Experte erstellt die Diagnose. Durch die simple Forderung nach Fernsteuerung löst man alle Probleme der Künstliche Intelligenz der 1980er. Man tauscht das vorherige Berechenbarkeitsparadigma aus zugunsten eines Kommunikationsparadigmas. Der Computer ist nicht mehr dafür zuständig Programcode auszuführen, sondern der Computer übertragt Funksignale von A nach B.
Diese veränderte Rollenzuweisung entspricht weitaus besser der technischen Leistungsfähigkeit. Wenn die einzige Aufgabe des Computers darin besteht Signale weiterzuleiten sind die benötigte Hardware- Software- und Algorithmen trivial. Gleichzeitig entsteht ein neues Dilemma: Fernsteuerung bedeutet, dass kein Computer die entscheidung trifft sondern ein Mensch. Das wird üblicherweise nicht als KI betrachtet. Sobald ein Mensch mit Fernsteuerung den Roboter steuert, hat man eben keinen autonomen Roboter mehr der über eine Software Entscheidungen trifft sondern man hat ein normales RC Car realisiert.
Erst mit einem erweitereten KI Begriff der distributed cognition mit einschließt wird ein ferngesteuertes Auto zu einer Künstlichen Intelligenz umdefiniert. Distributed cognition ist eine relativ neue philosophische Richtung die davon ausgeht, dass Intelligenz sich aus der Kommunikation der Invididuum ergibt. Demnzufolge kann eine einzelne CPU in einem isolierten Roboter nicht intelligent sein, erst wenn diese CPU mit einer anderen CPU oder einem Menschen interagiert, entsteht Intelligenz.
July 31, 2026
KI Definition in der Vergangenheit
Eine häufig formulierte Definition von Künstlicher Intelligenz früher lautet, dass es darum geht menschliches Denken mit einem Computer zu simulieren. Diese Definition ist abgeleitet vom Turing Test, kann aber auch ohne einen mathematischen Hintergrund formuliert werden. Auch außerhalb der Informatik ist ein Roboter eine Maschine die so aussieht wie Mensch und das selbe leistet. Es geht also darum das menschliche Denken in einem Computer nachzubauen.
Als Einstieg mag diese Definition nützlich sein, allerdings gibt es das Problem dass unklar bleibt wie genau ein Computer einen Menschen nachbilden soll. Computer werden über Software programmiert und diese Software muss sehr präzise Angaben enthalten was der Computer tun soll. Genau an dieser präzisen Vorstellung bezüglich menschlichen Denkens fehlt es. Es gibt zwar durchaus Ansätze den Menschen zu untersuchen mit Hilfe von Biologie, Psychologie und Soziologie nur lassen sich die dabei gewonnenen Erkenntnisse nicht in Software übertragen. Als Folge wird Künstliche Intelligenz zu einer theoretisch philosophischen Betrachtung verkürzt und kann nicht durch Experimente falsifiziert werden.
Die Definition künstlicher Intelligenz bildet den Rahmen innerhalb derer die Erforschung vorangetrieben wird. Die obige Definition "KI=Menschen nachbauen" ist zu ungenau. Dadurch wird KI verunmöglicht.
Hier ist eine modernere Definition von KI, welche den Fokus auf Interaktion mit der Umwelt richtet:
"Künstliche Intelligenz ist die Fähigkeit eines Systems, in Echtzeit mit seiner Umgebung (einschließlich Menschen) zu interagieren, indem es sensorische Eingaben verarbeitet, Handlungen plant und ausführt sowie durch Feedback (z. B. Sprache, Gesten oder andere Signale) sein Verhalten anpasst, um zielgerichtete Aufgaben zu erfüllen oder Kommunikation zu ermöglichen."
July 27, 2026
The paradigm shift in robotics around the year 2010
According to published research papers, the year 2010 was a turning point in robotics research. After this year, higher effort was put into human to robot interaction with natural language. Projects from this time span were:
- M.I.T. forklift by Stefanie Tellex
- Marco route instruction following by Matt MacMahon
- Word2vec algorithm by Tomas Mikolov
These projects were started from around 2008 until 2013. Many smaller projects also tried to use natural language for robot control.
This development was different from robotics research until 2010. The years before this year, there was a search for sophisticated algorithms available like training algorithms for neural networks, path planning algorithms and SLAM algorithms. The search for novel algorithms was working with the same principle how common computer science is working. The idea was, that AI gets implemented on a computer, computers need an algorithm and the consequence is to develop dedicated robotics algorithms for solving tasks.
The problem with the algorithm centric perspective until 2010 was, that all these developed techniques were not powerful enough. Even advanced probabilistic path planning algorithms implemented on a multi core CPU are not able to control a warehouse robot. The problem is the reality gap. The robot assumes a different reality than the real reality and the algorithm can't bridge the gap. It makes no sense to program more additional software modules or create a larger database for the robot, but the principle of autonomous robotics in general has to be questioned.
This paradigm shift took place in published academic literature around the year 2010. Research papers written after this date put a higher emphasis on teleoperation and grounded language for robot control. The idea is, that the source of wisdom is located outside of the robot as a human operator and the task is to get access to this knowledge by asking the human in natural language.
Even if the principle sounds inaccurate, it can be scaled up towards more complex scenarios. In the easiest case the human to robot interface works with a list of predefined commands, in a more advanced setup a neural network can parse the instructions. In contrast to figure out algorithms for autonomous robots, the new paradigm is to build language parser and see a robot as an open system.
The paradigm shift around the year 2010 allows to create artificial intelligence. Nearly all the former problems in robot control can be solved with the open system paradigm. Its only a detail problem how to create a high level user interface, so that the human operator can provide general statements like "tidy up the kitchen" and the robot is doing the full task by its own.
Roughly spoken, robotics programmed after the year 2010 are entirely teleoperated. There is a human operator in the background who gives instructions, or the former human operator instruction list was translated into a computer program who talks with the robot as large language model. in all the cases the robot interacts with a higher instance outiside of the robot and the artificial intelligence is located in the language interface.
July 20, 2026
How important is mathematics to understand Artificial intelligence?
On the first look, computer science has its root in mathematics and physics, therefor the assumption is, that AI is based on mathematics too. The precondition, according to the claim, to understand modern robotics is located in analysis, algebra, statistics and boolean algebra.
A closer look will show that mathematics isn't needed in AI research at all or to be more precise, mathematics didn't enable advanced AI in the past. What researchers from 1960 until around 2000s tried was to describe artifciial intelligence in terms of mathematics and logic and they failed. The problem is that none of the mentioned disciplines like statistics, algebra and so on contain a method how to enable artificial intelligence. Even if mathematics is a great science disciplines its complete useless to control a robot. Some attempts were made to solve robotics problems with mathematical description of trajectories including model predictive control, but even these advanced math subjects are not powerful enough to enable autonomous robots.
Artificial intelligence as a science discipline is working different than classic sciences like physics, math and computer science. From a pessimistic perspective there is no such thing like Artificial intelligence. Most research around thinking machines and autonomous robots comes to the conclusion that the promising new technique isn't working. That means, a large scale robot project with hundreds of man year effort isn't working at all, the applied techniques are useless and the researchers have no idea about the cause.
Such a kind of pessimistic situation is not an exception in AI research but it was the default situation from 1960 to 2000s. So the best analogy is to compare AI with a complex puzzle which is impossible to solve and no matter how well the researchers are familiar with mathematics, philosophy or psychology they had no idea how to make a machine intelligent.
AI research in the past was mostly a trial by error meta disciplines which wasn't able to solve any of the goals. It was impossible to build intelligent robots, it was hard to program AI agents for computer games, and speech recognition with a computer was another unsolved topic.
The good news is, that its possible to list techniques who are not leading to AI. These techniques are:
- neural networks
- maschine learning
- reinforcement learning
- mathematical optimiziation
- heuristics
- number crunching
- genetic algorithms
- state space search
- case based reasoning
- expert system
In other words, the entire AIMA book (Russle/Norvig: AI a modern approach) is an anti pattern. It doesn't contain recipes to program robots but it describes the struggle of AI researchers for doing so.
After listing all these techniques who are not leading to AI there is a need to find the shared bias. THis bias is the computational paradigm which means, to use a computer to provide intelligence. This shared bias hasn't worked in the past because its an anti pattern in AI research.
On the first look it makes sense to assume, that AI has to do with computation because the computer or the robot should calculate something which leads to intelligent decision making. Therefor AI has to do with number crunching, programming and mathematics. The problem is that in the reality this paradigm isn't able to control robots but it blocks the progress in technology.
It seems, that AI aka intelligence isn't located inside a robot but outside of the machine. On the first look, such an assumption sounds like blasphemy because outside of a computer there is nothing which can calculate or make decisions. At least until the 2000s such a claim would be rejected by mainstream AI research for sure. With more recent understanding of AI there are some new results available which show that AI might located indeed outside of a robot.
Suppose the source of intelligence is not located in the CPU and not inside of a robot hardware, then intelligence has nothing to do with mathematics or physics. This doesn't mean that intelligence is equal to a magic force but it implies that AI has to do with communication. Communication is the science of how to connect things, communication puts a focus on the air gap between two systems.
The transition from former computational paradigm which locates AI Inside of a robot, towards modern communication paradigm which locates AI between two systems is the major paradigm shift in AI research which took place after the year 2000. The revised understanding of intelligence is strongly connected with communication, linguistics and man to machine interaction. In contrast, former focus on computation, mathematics, algorithms and programming have been discarded.
July 09, 2026
The slow emergence of Artificial Intelligence
AI and robotics was researched since decades. In contrast to other disciplines like computer science or mathematics there was no success available. Even if AI researchers have analyzed the subject from a scientific perspective and discussed the situation at conferences there were not able to identify major problems or offer possible answers. What was happen instead was a long disappointing journey.
Even if AI in the past suffered, lots of subjects were analyzed. Notable examples are: autonomous robotics, model predictive control, genetic algorithms, reinforcement learning, Turing maschines. All these subjects were seen as promising candidates towards the pathway to intelligent machinery. They can be called advanced subjects in computer science and many papers were written. The general idea was to describe intelligence as an optimization problem which can be measured with a score. For example, trajectory optimization tries to reduce the costs, while genetic algorithms are maximing the fitness of candidates. In both cases the computer is a device for solving a mathematical problem.
On the first look, it makes sense to describe robotics movement with model predictve control algorithms. It helps to translate a problem from the reality towards an abstract mathematical equation. The idea is, that artificial intelligence can be realized as a combination of computer science, mathematics and game theory. Most researchers in the past would agree, that such kind of interdisplinary approach is a sign of excellence and allows to discover future robotics algorithms. What the researchers in the 1990s and 2000s didn't know was that the describe workflow is a dead end. None of mentioned techniques lead to artificial intelligence.
Model predictive control is a good example for a dead end in robotics resarch. The subject was researched by multiple researchers independend from each other with a great effort. There is no obvious mistake in the equation nor in a certain paper about the subject. At the same time, the entire model predictive control research has to be called a dead end because it fails to control simple robots.
In the history of artificial intelligence such kind of dead end is not an exception but its default situation. All the other attempts to realize robotics like expert system, neural networks and 5th generation programming languages like Prolog have failed too. It seems that there was a need to explore all the non working principles to get a better understanding what sort of approach won't result into a working robot.
Ai research in the past was realized as an intersection of physics models, mathematical theories and computer science. The hope was that the combination of these powerful disciplines allows to create intelligent machinery. For example trajectory optimiziation has a background in theoretical physics, and can be implemented as an algorithm on a computer. This would allow to plan the movement of a robot.
What was unknown in the past or perhaps it was ignored was, that the state space in robotics is too large to use mathematical optimization problems. Predicting future states of a system is only possible if the system consists of a few variables e.g. in a predator-prey scenario modelled with Lotka–Volterra equations. Such a system can be calculated on a computer and future states can be processed in advanced. The concept fails on robotics domains like dexterous grasping or biped walking. The equations are not known or they are too complicated the calculate. Even if there are realistic physics simulators available like Box2D, its not possible to determine future states of these engines into the future.
Despite this pessimistic situation it makes sense to explore model predtctive control and other mathematical optimization techniques because it allows a better understanding of np hard problems. If its known, that the state space in robotics is too large, its possible to rethink about the situation and explore strategies how to reduce the state space. A state space reduction is the pathway to advanced robotics.
July 04, 2026
Haushaltsroboter in den 1980er Jahren
Zeitgleich zum Aufstieg der 8bit Heimcomputer in den 1980er gab es eine kurze Blütezeit für Haushaltsroboter. Die verkaufte stückzahl war sehr gering, und es wurde nie ein Massenprodukt. Dennoch wurden Mitte der 1980er einige frühe Roboter herstellt wie:
- Hero 24kb ram, intel 8088 cpu
- Arctec gemini, mit 100 kb RAM
- Androbot B.O.B.
Verbaut wurde damalige state of the art technologie, also 8bit CPU, ein sehr kleiner RAM und häufig BASIC ähnliche Programmiersprachen im ROM. Anders als die sehr erfolgreichen Heimcomputer von Atari und Commodore hatten die obigen Roboter keinen sinnvollen Verwendungszweck. Sie konnten zwar durch servomotoren auf dem Teppich herumfahren aber bereits die selbstlokalisierung funktioniert nicht und das greifen von Gegenständen war nur mittels Fernsteuerung möglich.
Man kann anhand dieser frühen Roboter gut erkennen warum Künstliche Intelligenz sich in den späten 1980er Jahren in einer Sackgasse befand. Und zwar weil die damals verfügbare Hard- und Software keinerlei praktische Anwendungsmöglichkeiten hatte.
Konträr dazu konnten dezidierte Heimcomputer wie der berühmte Commodore 64 oder der Apple II sehr variable verwendet werden. Man konnte damit Spiele spielen, man konnte Programmieren lernen, man konnte kurze Texte eintippen und man konnte Grafiken auf dem Bildschirm zeichnen.
Das eigentliche Problem mit den Robotern aus den 1980er war weniger ihre schlechte Hardwareausstattung sondern die Frage wie man die Funktionen des Roboter hochskalieren sollte. Also wie aus einem klobigen Plasteeimer eine intelligente Maschine wird, die eigenständig Entscheidungen trifft.
Diese Frage wurde gestellt, aber es hatte niemand eine Antwort darauf. Künstliche INteligenz war zwar als Begriff vorhanden aber es war unklar wie man diese technisch erreicht.
Im Jahr 2026 gibt es eine Antwort auf das KI Problem und zwar benötigt man ein Speaker hearer language game. Durch ein Sprachspiel mit verteilten Rollen lässt sich menschliches Denken auf zwei Stellen aufteilen und dadurch maschinell zugänglich machen. Zwar konnte
Technisch hatte der Arctec gemini Roboter aus dem Jahr 1985 eine eingebaut "voice/speech recognition" war also in der Lage einen natürlichsprachlichen Dialog mit Menschen zu führen. Allerdings wurde dieses Feature zur damaligen Zeit nicht als Kernbestandteil der Künstlichen Intelligenz betrachtet. Die Annahme in den 1980er und teilweise bis in die 2000er Jahre lautete, dass Künstliche Intelligenz innerhalb eines Roboters verortet sei, also ein Algorithmus sei der von der CPU ausgeführt wird.
Die moderne KI Forschung sieht das grundsätzlich anders. Danach ist künstliche Intelligenz ein Kommunikationsmuster bei dem Nachrichten von A nach B übertragen werden. Es wird also nichts berechnet sondern es wird eine Nachricht befördert. Sobald man Künstliche Intelligenz als Nachrichtenübermittlung betrachtet kann man die Leistung hochskalieren. Man beginnt mit einem sehr einfachen Sprachspiel was man als computerprogram implementiert, z.B. "Hol das Objekt". Der speaker sagt einen Begriff wie "Ball" und der Hearer muss das objekt finden und einsammeln.
Die nächste Stufe wäre das Sprachspiel etwas komplexer zu gestalten, also die Anzahl der Worte erhöhen, und neben "hol" weitere Aktionswörter zu verwenden.
Das Nachrichten-basierte Verständnis von Künstlicher Intelligenz hat sich in der Informatik sehr spät durchgesetzt. Erst ab dem Jahr 2023 mit der Entwicklung von LLM Sprachmodellen wird Künstliche Intelligenz gleichgesetzt mit Mensch maschine interaktion. Der Mensch formuliert einen Text-Prompt, welcher von der Maschine durch ein Sprachmodell beantwortet wird. Je mehr anfragen ein Sprachmodel versteht und bearbeitet desto leistungsfähiger ist die Künstliche Intelligenz.
Das Hochskalieren von Künstlicher Intelligenz ab dem Jahr 2023 erfolgt durch immer komplexer werdende Benchmarks. Die ersten Datasets welche durch neuronale Netze bearbeitet wurden bestanden aus simplen Frage/Antwort paaren. Der speaker stellt eine Frage "Was ist die Hauptstadt von Groß Britanien?" und der Hearer muss die richtige Antwort sagen "London". Zunächst waren diese Datasets eingeschränkt auf eine einzige Domäne, also nur geographie Kenntnisse, nur Mathematik-Kenntnisse. Später begann man universal Datensätze zu nutzen wo also unterschiedliche Wissensgebiete mit einer Punktezahl abgefragt wurden.
Die nächste Stufe in der Entwicklung Künstlicher Intelligenz bestand damit weiter interaktionen ausführen, das also der Datensatz Bilder und Töne enthielt. Die interaktion bestand jetzt darin dass der Speaker eine Aufgabe stellt wie "Male ein Bild mit einem Sonnenaufgang" und der Hearer musste dazu das passende Bild erstellen. Anschließend wurde begonnen die Schwierigkeit weiter zu erhöhen. Neuere Benchmarks enthalten komplexe Aufgabenstellungen wo also komplette Texte erzeugt werden oder umfangreiche tabellen formatiert werden. Auch diese Aufgaben werden interaktion über speaker to hearer kommunikation realisiert.
June 27, 2026
Das Grounding Problem in der Geschichte der KI
In der Geschichte der Künstlichen Intelligenz gab es zwei wesentlichen Ansätze zur Wissensmodellierung: einmal die symbolische KI die in der Frame Theory ihren Höhepunkt fand und bei der Wissen als Objekte abgelegt werden die untereinander kommunizieren und zweitens die Programmiersprachen angefangen von C/C++ als Systemprogrammiersprachen bis hin zu modernen KI Sprachen wie LISP und Prolog welche beide das Speichern von Wissen unterstützen.
Leider gibt es mit diesen Ansätzen ein Problem: es skaliert nicht. Will man ein konkretes Problem lösen z.b. eine Robotersteuerung entwickeln wird man mit Frames, Lisp, Prolog oder semantischen Netzen keinen Erfolg haben. Woran es mangelt ist die praktische Relevanz. Selbst für Triviale Probleme wie towers of honoi ist es extrem schwer eine Implementierung in Prolog oder als Frames zu realisieren. Man kann also unterstellen, dass die Künstliche Intelligenz in einer Sackgasse ist.
Diese Sackgasse wird deutlich sobald man versucht einem Computer das denken einzuprogrammieren. Mag das Schreiben eines normalen Computerprograms in C/C++ noch halbwegs lösbar sein, ist das Einprogrammieren von Faktenwissen in eine Maschine eine unlösbare Aufgabe. Wichtig ist zu wissen dass selbst weiterentwickelte Konzepte wie agentenbasierte Programmiersprachen oder Web 2.0 Semantiken welche die Frame Theorie weiterentwickelt haben nicht zu erfolg führen.
Es ist gut nachvollziehbar warum Anfang der 1990er Jahre die Künstliche Intelligenz Forschung wiedereinmal für gescheitert erklärt wurde. Die ursache liegt darin wie in der Nicht KI Informatik Software entwickelt wird nähmlich um sie auf einer CPU auszuführen. Die Vorstellung der Programmierer lautet, dass ein Spiel oder eine Datenbank auf einer konkreten CPU ausführbar ist, entweder als direkte Assembler routine oder als imperative Programmiersprache die mittels Compiler in Assembler code konvertiert wird. Vorhandene Bibliotheken die grafikroutinen oder Hardwaretreiber enthalten sind ebenfalls mit dieser Zielstellung entwickelt worden. Man kann sagen, dass Softwareentwicklung immer prozessororientiert funktioniert.
Dieses Konzept ist ungeeignet für die Erstellung von KI Applikationen, das war jedoch den Forschern Anfang der 1990er Jahre nicht bekannt. Sie unterstellten, dass KI Anwendungen ebenfalls prozessororientiert erstellt werden könnten. So wurden mit viel Aufwand KI Programmiersprachen und sogar KI Softwarebibliotheken erstellt in der wagen HOffnung das man dieses Konzept hochskalieren könnte zu leistungsfähigeren Anwendungen.
Das Gegenmodel zu einer computational approach ist ein Kommunikationsparadigma das erstaunlicherweise sogar in der klassischen Informatik diskutiert wird. Überall dort wo Computernetzte gebildet werden liegt der Fokus auf dem Datenbus und nicht auf der Einzel-CPU. Diese Kommunikationsorientierte Perspektive kann auf die Künstliche Intelligenz und Robotik übertragen werden und hilft dabei intelligente Maschinen zu entwickeln. Anstatt zu diskutieren welcher Algorithmus und welche Programmiersprache benötigt wird, lautet die neue Fragestellung welches Protokoll sinnvoll ist und wie Daten übertragen und geparst werden müssen.
Betrachten wir beide Konzepte im direkten Verrgleich um die Unterschiede zu verdeutlichen. Die klassische CPU orientierte Sichtweise fokussiert auf einen Einzelcomputer und versucht für die dort vorhandene CPU Software zu erstellen. Die Idee ist dass die CPU die Software ausführt und daraufhin eine 2d Grafik auf den Bildschirm zeichnet oder eine Datenbank durchsucht. Umgekehrt liegt bei einer Kommunikationsorientierte Sichtweise der Fokus auf dem Bus, also dem Kabel zwischen zwei Computern. Dieses Kabel ist entweder als phyissches Koaxial Kabel, als Lichtwellenleiter oder sogar als Airgap bei Wifi realisiert und enthält weder eine CPU noch eine Datenspeicher, sondern ein Kabel ist ein Medium über das Daten überrragen werden. Man kann für einen Bus auch keine Software schreiben im traditionellen Sinne sondern man kann lediglich Protokolle erfinden die zur Kommunikation verwendet werden.
Sämtliche Entwicklungen der Künstlichen Intelligenz ab dem Jahr 2020 wie Question/answering Pairs, motion capture annotation, Speaker Hearer interaction, Vision language modelle können als Kommunikation zwischen zwei Systemen verstanden werden. Immer wird von einerm Sender an einen Receiver ein Datenpaket übertragen. im Fall einer Question answer challenge ist das Datenpaket eine Frage auf die der receiver mit einem Datenpaket antwortet während bei einem Instruction following task der sender einen Befehl sendet welcher vom receiver ausgeführt wird. Es gibt also nicht eine CPU die ein Program ausführt, sondern es gibt immer zwei instanzen zwischen denen Daten übertragen werden.
Damit verlagert sich der Fokus weg von der internen Funktionsweise eines Computers hin zu offenen Systemen die mit ihrer Umwelt interagieren. Wie diese Systeme intern arbeiten ist zweirangig.
June 19, 2026
Geschlossene Systeme und das Scheitern Künstlicher Intelligenz
In Ergänzung zu früheren Blogposts über geschlossene Systeme soll ausführlicher erläutert werden wo das Problem mit solchen Systeme besteht.
Zunächst einmal ist ein geschlossenes System etwas gutes in der Technikgeschichte weil es dabei hilft Komplexität zu senken. Ein Dieselmotor basiert auf physikalischen Prinzipien realisiert in der Anordnung der Bauteile. Alles was nichts mit der Umwandlung von fossiler Kraftstoffe in Drehbewegung zu tun hatt gehört defnitionsgemäß nicht zu einem Dieselmotor und liegt außerhalb. Es kann ignoriert werden. Dadurch kann man räumlich wie sachlich eingrenzen worum es bei einer Kraftmschine geht. Man kann Bücher darüber verfassen, man kann das Prinzip verstehen und nachbauen.
Auch Softwareentwicklung funktioinert als geschlossenes System. Ein Tetric Computerspiel realisiert in der C/C++ Sprache besteht aus dem sourcecode der ca. 500 lines of code umfasst. Alles was nicht in diesem Sourcecode definiert wurde, gehört nicht zum Projekt, liegt außerhalb und kann ignoriert werden. Folglich besteht Programmieren darin, den vorhandenen Sourcecode zu verbessern. Es gibt auch hier ein sachliches Thema auf das man fokussieren kann und was in ein erfolgreiches Projekt mündet.
Geschlossene Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass eine scharfe Systemgrenze gezogen wird, etwas ist Bestandteil des Systems oder eben nicht. Auch sehr große umfangreiche Softwareprojekte wie ein Betriebssystem können als geschlsosene Systeme betrachtet werden. Sie bestehen aus mehreren tausend Dateien mit dem Sourcecode, und alles was darin nicht definiert wurde gehört nicht zum Betriebssystem. Diese banale Feststellung ist so allgegenwertig dass man in der Realität verinfacht nur von Systeme spricht und annimmt, dass alle Systema auf diese Weise erstellt und verbessert werden.
Genau dieser Trugschluss führte bis 2010 dazu, dass Künstliche Intelligenz nach einem ähnlichen Prinzip imaginiert wurde. Die Annahme war, dass ein Roboter oder eine KI Software als geschlsosenes System funktioniert, wo also in Software bestimmte Module und Algorithmen enthalten sind. Z.B. könnte ein Roboter eine pfadplanungs routine enthalten.
Ein solches KI System wird dadurch verbessert dass man weiteren Sourcecode anfügt und vorhandene algorithmen verbessert. Die meisten Robotikprojekte bis 2010 wurden nach dieser Prämisse entwickelt. Speziell der umfangreiche Sourcecode von selbstfahrenden Autos vor dem Jahr 2010 wurde ähnlich wie ein Softwaregroßprojekt programmiert: es gab Bugtracker, es gab versionsverwaltungssysteme und es gab eine Codebasis die in eine ausführbare Exe datei kompiliert wurde.
Leider gibt es mit geschlossenen KI systemen ein Problem. Je mehr ein solcher Roboter leisten soll, desto mehr Sourcecode wird benötigt. Und damit steigt die Fehleranzahl an. Bereits sehr kleine ingame AI projekte bei denen nur eine Spielfigur von einem NPC gesteuert wird, benötigen sehr viele Codezeilen. Will man selbstfahrende Autos programmieren steigt der bedarf an Lines of Code weiter. Vorhandene Werkzeuge um große Informatik Projekte zu organisieren, wie wikis oder bugtracker mögen für die klassische Softwareentwicklung gute Dienste leisten, bei dezidierten Robotik-Projekten versagen sie jedoch. Das problem ist eben nicht wie man die Software programmiert, sondern das Problem ist dass unklar ist welche Art von Software benötigt wird.
Der Ausweg aus dem Dilemma besteht darin die Annahme von geschlossenen Systemen in frage zu zustellen. Ein solches System bedeutet aus Software-Perspektive dass der Sourcecode für einen Computertyp geschrieben wird. Der Algorithmus wird auf der CPU ausgerührt und berechnet dort etwas. Die Berechnung wird im Sourcecode des Programms definiert. Das gegenteil sind offene Systeme. Dort wird nichts berechnet sondern es werden Nachrichten versendet. Das TCP/IP Protokoll im Internet ist ein Besipiel für ein offenes System, aber auch die DIKW pyramide, der Morse code oder die Unicode Tabelle sind offene Systeme.
Offene Systeme zeichnen sich dadurch aus dass sie als Nachrichtenübermittlung konzipiert sind. Es gibt einen Sender und einem Empfänger. Meist erfolgt die Datenübertragung über Schichten um die Komplexität zu senken. Offene Systeme wurden in der KI Geschichte bis zum Jahr 2010 meist ignoriert. Die einzige Ausnahme sind Multiagentensysteme, wo also Softwareagenten untereinander Botschaften senden, vergleichbar mit objektorientierter Programmierung. Es war jedoch unklar wie man diese Technik zur Robotiksteuerung einsetzen kann.
An dieser Stelle ein kleiner Exkurs wie vor dem Jahr 2010 selbstfahrendew Autos als geschlossene Systeme programmiert wurden. Die Idee war, dass es ein computerprogram gibt, welche die Künstliche Intelligenz ist. Dieses computerprogram besteht aus rund 500 MB Sourcecode programmiert in der Sprache C/C++ und enthält alle Module die für die Steruerung des Autos benötigt werden. Also planung, Bilderkennung, Entscheidungen treffen, Fehlerroutinen, Logging, Situationsbewertung usw. Die Intelligenz des Roboters ist in dieser 500 MB großen Datei gebündelt, es gibt keine Außenwelt die weitere Module enthält.
Aus Sicht der Informatik stellt so ein Softwareprojekt die best practice Methode da. Es wird klar definiert was Teil des Roboters ist, und es gibt Tools um die 500 MB große Sourcecode datei zu erstellen und zu verbessern. Leider funktioniert in der Realität so ein Workflow nicht. Die 500 MB Datei geschrieben in C/C++ ist eben nicht im Stande den Roboter zu kontrollieren und zwar generell nicht. Je mehr man versucht den Fehler zu finden desto mehr zusätzlicher Sourcecode muss erstellt werden, der neue Fehler enthält und der niemals im Stande ist die komplexe Realität abzubilden. Der Unterschied zwischen der internen Darstellung im Roboter und der Realität außerhalb des Roboters ist gewaltig.
Innerhalb des bekannten paradigmas geschlsosener Softwaresysteme ist es unmöglich den Fehler zu finden. es ist eben nicht so, dass der 500 MB Sourcecode für das selbstfahrende Auto veraltete algorithmen enthält oder schlecht programiert wäre. Sondern das Problem ist viel grundsätzlicher Natur und betrifft die Annahme hinter solchen Projekten. Das Ziel in der Robotik bis 2010 war es, autonome Roboter zu bauen welche keine menschliche Sprache verstehen. Dieser Bias wurde nirgendwo explizit definiert, sondern ergibt sich automatisch wenn man geschlossene Systeme entwickelt.
June 18, 2026
Nochmal: Geschlossene Systeme -- KI Forschung bis zum Jahr 2010
Über Jahrzehnte war die KI Forschung von Misserfolgen geprägt die Resultat waren einer selbstgewählten Perspektive auf Künstliche Intelligenz. Die Zielstellung der Forscher bestand darin, eine Technologie zu entwickeln welche denken kann. Also eine Maschine, oder noch besser einen Computer, der geistige Leistungen ausführen kann. Dieser Bias ist naheliegend weil es zugleich auch die Vorstellung von Robotern ist welche in Romanen von isaac Asimov transportiert wird.
Was die KI Forscher vor dem Jahr 2010 jedoch nicht wussten bzw. verdrängt haben, war die bittere Erkenntnis dass das selbstgewählte Ziel nicht erreichbar ist. KI ist zwar grundsätzlich möglich, aber nicht als geschlossenes technologische Artefakt. Um die Leistungsgrenzen geschlossener Systeme zu veranschaulichen zunächst ein kleiner Exkurs wann dieses Konzept funktioniert.
Die meisten Erfindungen der Menschheit funktionieren als geschlossenes System: dazu zählt die mechanische uhr, die Dampfmaschine, die Schnellpresse von König&BAuer, das Automobil der Mikroprozessor, und Software wie z.b. das Windows Betriebssystem. Ein geschlossenes System ist demnach historisch gesehen die beste Methode wie man eine Technologie entwickelt. Man definiert zuerst einmal was die Maschinen können soll, z.b. soll ein Auto auf einer Straße fahren, und überlegt sich dann welche Bauteile man in die Maschine einbauen muss damit die Aufgabe erfüllt wird.
Der Vorteil von geschlossener Systeme ist, dass damit die Komplexität gesenkt wird, z.b. besitzt ein Elektromotor eine Breite und eine Höhe in Centimetern und was sich innerhalb dieser Abmessungen befindet gehört zur Maschine. Auf dieses physische Artefakt fokussiert man dann die Entwicklung und überlegt welche Materialien oder physikalischen Prinzipien wirken.
Auch bei der Softwareentwicklung wird das Prinip eines geschlossenen Systems verwendet. Eine Software besteht aus einem Source code der wiederum in Dateien unterteilt wird. In diesem Sourcecode ist die Funktionsweise der Software definiert. Alles was nicht im Sourcecode steht wird ignoriert. Es liegt außerhalb des System und ist für die Funktionsweise ohne Bedeutung. Stattdessen geht es darum, besagten Sourcecode zu optimieren, also effizientere Algorithmen zu verwe4nden, weniger Codezeilen zu verbrauchen udn vorhandene Fehler zu beseitigen.
Die unreflektierte Annahme der KI Forschung vor dem Jahr 2010 lautete, dass Robotik und KI nach demselben Prinzip funktioniert. Die Idee war, dass KI eine Art von Algorithmus sei, der innerhalb des Sourcecode definiert wird. Folgerichtig wurde versucht einen Roboter in einer Programmiersprache wie C/C++ zu programmieren. Relativ spät erkannten die Forscher dass genau dieser Ansatz problematisch ist. Damit ein Roboter intelligent in einer Umgebung agieren kann, muss der Roboter mindestens so komplex sein wie diese Umgebung. Eine KI zu programmieren die den kürzesten Weg in einem Labyrinth findet ist überschaubar, aber eine KI welche einen Roboter in der physischen Realität steuert ist eine unüberwindliche Aufgabe. Das benötigte Software programm für so einen Roboter würde sehr viele Codezeilen benötigen und selbst diese könnten nicht die komplexe Realität abbilden.
Eine Zeitlang gab es innerhalb der Robotik-Forschung eine wirkmächtige Antwort auf das Phänomen, genannt Model predictive control. Die Idee war, die Realität als vereinfachte Physiksimulation in Software nachzubauen, in dieser Simulation Prognosen auszuführen und dadurch dann die beste Entsheidung zu treffen. In den 2000er Jahren gab es mehrere Projekte wo mittels Model predictive control, Dronen gesteuert wurden und sogar grasp planning realisiert wurde. Leider ist model predictive control sehr rechenaufwendig. Eine halbwegs präzise physik Simulation benötigt sehr viele CPU Taktzyklen, gleichzeitig braucht aber der KI eine Prognose mehrmals pro Sekunde um auf Veräderungen zu reagieren. Model predictive control funktioniert nur auf dem Papier, aber nicht auf echter Hardware, speziell die Vorhersage längerer Zeiträume bis Minuten in die Zukunft sind technisch nicht umsetzbar.
Abstrakt gesagt entstehen durch geschlossene Systeme in der KI Forschung zwei grundsätzliche Probleme: a) hohe Komplexität des Source codebode b) hoher Rechenaufwand bei der Ausführung von Algorithmen und der Model predictive Control Vorhersagen.
Anfangs dachten die Forscher, beide Problemen wären lösbar. Das war Wunschdenken. Es ist nicht durchführbar einen Roboter zu programmieren der hundertausende Codezeilen benötigt, und hohe Anforderungen an die CPU gleichzeitig hat. Ein solches Projekt wird in der REalität scheitern.
Betrachten wir geschlossene Systeme etwas genauer. Im wesentlichen Funktionieren diese Systeme nach Naturwissenschaftlichen Prinzipien. Ein Elektromotor verwendet einen Magneten um eine Drehbewegung zu erzeugen, während ein Mikroprozessor über elektrischen Strom kleine Transistoren schaltet. Es gibt also jeweils ein physikalisches Prinzip was in einer Maschine praktisch angewendet wird. Dadurch dreht sich ein Motor, der Computer beginnt zu rechnen oder ein Flugzeug fliegt durch die Luft. Man glaubte anfangs, dass Künstliche Intelligenz auf ähnliche Weise realisiert werden könnte, das es also ein wissenschaftlich-technisches Prinzip gibt was man in einem Softwareprogramm anwenden kann um darüber Roboter zu steuern. Was die Forscher vor dem Jahr 2010 nicht wussten war dass es ein solches Naturprinzip nicht gibt, das es also nicht möglich ist, auf diese Wweise Künstliche Intelligenz zu erzeugen.
Eine mögliche Erklärung warum die KI Forschung bis ca. 2010 sich auf geschlossene Systeme fokussierte ist, dass die Informatik insgesamt nach diesem Muster funktioniert. Definitionsgemäß untersucht Informatik die Funktionsweise von Computern, also speziell die Hardware und die Software. Damit ist zugleich definiert wofür die Informatik nicht zuständig ist. Alles was keine Computerhardware ist und nicht smit Software zu tun hat, liegt außerhalb der Informatik und entzieht sich einer wissenschaftlichen Analyse.
Diese Einschränkung ist für die klassische Informatik kein Problem und sogar erwünscht weil es dabei hilft echte Probleme zu lösen, also z.b. neue CPU zu entwickeln, bessere Programmiersprachen zu erfinden oder Betriebssysteme zu entwickeln. All diese Thmene sind entweder im Bereich Hardware oder im Bereich Software angesiedelt.
June 15, 2026
Geschlossene KI Systeme vor dem Jahr 2010
Auch vor dem Jahr 2010 wurde bereits an Robotik geforscht. Eine typische Robotik-Software aus dieser Epoche beinhaltete fplgenden Befehl:
if (distance_to_wall < 10) { slowdown(); }
Mit dieser und weiterer Regeln wurde die Onboard Intelligenz eines Roboters fest im Programmcode definiert. Leider waren die Roboter nicht im Imstande sinnvoll zu agieren. Deshalb wurde versucht die Anzahl der Codezeilen immer weiter zu erhöhen um für jede Eventualität ein Untermodul vorzuhalten.
Das Grundproblem wurde vor dem Jahr 2010 nicht erkannt. Es besteht darin, dass die interne Komplexität eines Roboters ansteigt wenn die äußere Komplexität erhöht wird. Industrieroboter die in einer berechenbaren Umgebung eingesetzt werden, können über obige C/C++ Programmlogik noch halbwegs sinnvoll realisiert werden, aber mobile Roboter in einem Labyrinth oder gar selbstfahrende Autos sind mit dieser Technik nicht möglich. Die Umgebung ist viel zu kompleziert, um dafür eine zuverlässige Steuersoftware zu programmieren.
Ab dem Jahr 2010 wurde deshalb eine neue Richtung in der Robotik eingeschlagen die kurz erläutert werden soll. Die Grundidee besteht darin, Intelligenz auszulagern, also weg vom Roboter hin zur Umgebung des Roboters. Damit kann die Steuersoftware des Roboter minimalistisch gestaltet werden. Die Hauptaufgabe des Roboters besteht nur noch darin, Befehle die von einem operator oder von sensoren kommen zu parsen. Der Roboter muss nicht länger Entscheidungen treffen oder gar die Umgebung intern simulieren, wie das bei Model predictive control der Fall ist. Abstrakt gesprochen verwandelt sich ein geschlossenes KI System in ein offenes KI system.
Der Ansatz die interne Logik des Roboters auszulagern war ein längerer Innovationsprozess in der KI Community. Angestoßen wurde er von Rodney Brooks mit seiner subsumption architektur. Im wesentlichen geht es darum, die komplexität eines Roboters zu senken. Die neuartige minimalistische Softwarearchitektur kann nur mittels Fernsteuerung funktionieren, das es also außerhalb des Roboters eine höhere Instanz gibt die stellvertretend für den Roboter Kamerabilder auswertet, Entscheidungen trifft und Pläne durchprobiert.
Technisch gesehen ist der Paradigmenwechsel sehr einfach: anstatt einen denkenden Roboter zu realisieren, funktioniert der Roboter als Parser der Befehle von außen ausführt. Es ist also kein Roboter im engeren Sinne sondern ein ferngesteuertes Auto das auf Kommandos reagiert. Philosophisch gesehen ist so ein Ansatz jedoch weitaus schwieriger zu realisieren, weil er mit der gängigen Vorstellung von Intelligenz bricht. Über Jahrezehnte wurde Intelligenz als die Fähigkeit verstanden eigenständig Probleme zu lösen. Das trifft auf ferngesteuerte Roboter jedoch nicht zu. Ein Ferngesteuertes Auto wo ein Mensch über Tasten oder Sprache Befehle eintippt ist definitionsgemäß nicht intelligent, fällt also nicht in den Bereich der KI Forschung.
Dennoch ist genau jenes Interaktionsmuster zur Leitdisziplin der Robotik ab dem Jahr 2010 aufgestiegen. Eigenltich jedes moderne Robotik Projekt basiert auf Vision language action modellen, instruction following und VQA Benchmarks. Es gibt keine Versuche mehr, Roboter als autonome Systeme zu konstruieren, sondern 100% aller Robotik-Projekte funktioniert über Intelligence offloading mittels natürlicher Sprache. DAs also außerhalb des Roboters eine Software oder ein Mensch Befehle eingibt die vom Roboter lediglich in Handlungen übersetzt werden.
Obwohl der Ansatz zunächst umstritten war hat er einen Entscheidenen Vorteil: er ist minimalistisch. Ein ferngesteuertes System zu realisieren ist weitaus leichter als ein autonomes System zu bauen. Besonders bei komplexen Aufgaben und unstrukturierten Umgebungen kommt dieser Vorteil zum Tragen. Das einzige Detailproblem bei semi-autonomen Systemen besteht darin die Aufgabenverteilung zwischen Roboter und menschlichen Operator auszubalanzieren, also dafür zu sorgen dass die interaktion über high level kommandos erfolgt und so die workload für den Menschen möglichst gering ist. Hier eine Rangfolge:
- hoher Workload: Fernbedienung mit Tasten ohne Befehle
- mittlerer Workload: es werden Waypoints in einer Karte vorgegeben die der Roboter abfährt
- geringer Workload: es wird ein Text prompt an den Roboter gesendet wie "fahre im Kreis".

