March 18, 2026

Typst ausprobiert

 Das Textsatzsystem LaTeX ist in der wissenschaftlichen Community zum Quasi Standard aufgestiegen. 98% aller Dokumente in der Informatik, Mathematik und Physik werden mit diesem Tool formatiert. Durch GUI Frontends wie Overleaf und Lyx findet LaTeX zunehmend auch in den Geisteswissenschaften Anklang. Leider hat LaTeX mehrere Nachteile, wie dass die Installation mehrere Gigabyte an Speicher benötigt, dass es historisch gesehen sehr viele Packages gibt und das die Kernsoftware, die TeX Engine, in einer heute unüblichen Programmiersprache erstellt wurde.

Eine mögliche Alternative ist Typst, welche in 2023 erstmals vorgestellt wurde. Die aktuelle Version ist noch etwas unausgereift, man kann damit aber bereits PDF Dokumente erzeugen. Nach dem Download der nur 16 Megabyte großen ausführbaren Datei von der Website des Projekts ist das erste was auffällt die hohe Geschwindigkeit. Anders als bei pdflatex und speziell bei lualatex wird nicht jede Seite des Dokuments einzeln formatiert, sondern das fertige PDF file steht quasi sofort bereit wenn man typst auf die Input Datei anwendet. Die Syntax ist ähnlich wie bei LaTex, es gibt also eine Trennung zwischen Inhalt und Layout. Defaultmäßig werden neue Dokumente im "Libertinus Serif" Font gesetzt, was man aber ändern kann auf „Nimbus Roman“ oder "New Computer Modern". Hier ist ein Beispieldokument für ein 2 spaltiges Dokument inkl. Float-Abbildung. Es wird in das PDF Format übersetzt mit ./typst compile hello.typ.

Ach ja, es gibt mehrere kleinere bugs in typst. zum einen ist die Überschrift nicht mittig und zweitens ist der optische Randausgleich im zweispalten Layout im unteren Bereich nicht verfügbar. Ob man diese Probleme durch andere Parameter lösen kann ist unklar. Im Zweifel muss man damit leben. Das heißt anders als LaTeX wurde typst eben nicht über Jahre hinweg verbessert sondern das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium. Was aber zumindest funktioniert sind die Basics des Textsatzes wie Tabellen, Seitennummerierung, Blocksatz und Silbentrennung.

Vielleicht noch ein kleiner Hinweis wie der Umstieg von LaTeX auf Typst etwas gefälliger verläuft. Am besten beginnt man die Reise damit, dass man "apt remove texlive-*" eingibt, also das bisherige Textsatzsystem auf der Festplatte löscht. Dadurch gewinnt man Speicherplatz um etwas neues zu verwenden. 

#set page(
  paper: "a4",
  margin: (x: 2cm, y: 2cm,bottom: 3cm,),
  numbering: "1",
  columns: 2,
)

#set par(
  justify: true,
  spacing: 0.65em,
  first-line-indent: 1em,
)
#set text(
  // font: "New Computer Modern",
  font: "Nimbus Roman",
  size: 11pt
)
#title[
  Example typst document
]

= chapter1

This is a text.

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The equation $Q = rho A v + C$ defines the glacial flow rate.

$ v := vec(x_1, x_2, x_3) $

#figure(
  image("zk.webp", width: 80%),
  caption: [a picture with a Zettelkasten],
  placement: auto,
) <zk>

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