April 02, 2026

Rückblick auf das Vitra Projekt SFB 314

Deutschland gilt in der KI Szene als rückständig, innovationsfeindlich und dominiert von philosophischen Debatten anstatt technischer Projekte. Es gibt jedoch davon durchaus Ausnahmen wie das Vitra Projekt was im Jahr 1987 von Wolfgang Wahlster durchgeführt wurde. Vitra steht für "visual translator" und war ein Großforschungsprojekt im Umfang von 50 Mio DM was erstmalig Bilderkennung und Sprache kombinierte. Technisch wurde es auf VAX Minicomputern und Symbolics Workstations realisiert.

Aus heutiger Sicht würde man Vitra als "Vision language model (VLM)" definieren, nur das es damals nicht mit neuronalen Netzen arbeitete, sondern mit händisch erstelltem Lisp Sourcecode. Ähnlich wie die Zuse Z3 aus dem Jahr 1941 war das Vitra Projekt konkurrenzfähig oder sogar leicht überlegen der US amerikanischen Spitzenforschung.

Die Hauptkritikpunkt an Vitra war, dass es zu teuer war. Man verwendete Großrechner um in Echtzeit Videobilder zu analysieren. Auch die Lisp Programmiersprache war ein Kostenfaktor, weil man Spezialisten benötigte, die Lisp programmieren können. Dieses Konzept, bestehend aus VAX Rechnern, Lisp und Livekameras, kann man nicht hochskalieren zu noch mehr Komplexität, sondern Vitra war eine Art von Dinosaurier, der eine Sackgasse darstellte.

Aus heutiger Sicht würde man viel kleinere Forschungsprojekte durchführen. Man würde nicht Lisp sondern Python wählen und man würde keine Videobilder von Kameras parsen sondern lediglich Screenshots von Videospielen analysieren. Damit könnte der Aufwand zur Realisierung auf ein Bruchteil gesenkt werden.


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