Deutschland
gilt in der KI Szene als rückständig, innovationsfeindlich und
dominiert von philosophischen Debatten anstatt technischer Projekte.
Es gibt jedoch davon durchaus Ausnahmen wie das Vitra Projekt was im
Jahr 1987 von Wolfgang Wahlster durchgeführt wurde. Vitra steht für
"visual translator" und war ein Großforschungsprojekt im
Umfang von 50 Mio DM was erstmalig Bilderkennung und Sprache
kombinierte. Technisch wurde es auf VAX Minicomputern und Symbolics
Workstations realisiert.
Aus heutiger Sicht würde man
Vitra als "Vision language model (VLM)" definieren, nur das
es damals nicht mit neuronalen Netzen arbeitete, sondern mit händisch
erstelltem Lisp Sourcecode. Ähnlich wie die Zuse Z3 aus dem Jahr
1941 war das Vitra Projekt konkurrenzfähig oder sogar leicht
überlegen der US amerikanischen Spitzenforschung.
Die
Hauptkritikpunkt an Vitra war, dass es zu teuer war. Man verwendete
Großrechner um in Echtzeit Videobilder zu analysieren. Auch die Lisp
Programmiersprache war ein Kostenfaktor, weil man Spezialisten
benötigte, die Lisp programmieren können. Dieses Konzept, bestehend
aus VAX Rechnern, Lisp und Livekameras, kann man nicht hochskalieren
zu noch mehr Komplexität, sondern Vitra war eine Art von
Dinosaurier, der eine Sackgasse darstellte.
Aus heutiger
Sicht würde man viel kleinere Forschungsprojekte durchführen. Man
würde nicht Lisp sondern Python wählen und man würde keine
Videobilder von Kameras parsen sondern lediglich Screenshots von
Videospielen analysieren. Damit könnte der Aufwand zur Realisierung
auf ein Bruchteil gesenkt werden.
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