Die Typst software ist umfassend online dokumentiert, ist technisch ausgreift und eignet sich hervorragend zum wissenschaftlichen Satz. Da der marketshare von typst bisher kleiner ist als 0.1% dauert es wohl noch einige Jahre bevor das Thema für eine größere Personenzahl relevant wird. Diese Zeit kann man nutzen um das Gegenmodell LaTeX einer kritischen Würdigung zu unterziehen.
Anstatt auf die Anfänge von TeX einzugehen die in den späten 1970er Jahre liege wo bekanntlich Unix Gurus mit Magnetbändern auf DEC Minicomputers gearbeitet haben, macht es Sinn LaTeX in der Gegenwart zu betetrachten. Leider sieht es bei den Detail gar nicht gut aus. Zum einen fällt auf, was alles nicht geht mit LaTeX:
- dreispaltensatz ist nur mit zusatzpaketen möglich
- überhaupt benötigt man für alles mögliche ein package, sei es das einbinden von Grafiken, das Anzeigen von Sourcecode oder das Setzen von Tabellen
- ein Export nach HTML ist nicht möglich nur über weitere pakete oder gar pandoc funktioniert es
- Die Tex engine ist eingefroren und wird nicht mehr verbessert, bisherige versuche einen LaTeX nachfolger zu entwickeln wie context oder Latex3 sind gescheitert
- großes repository mit veralteten Paketen
- Community ignoriert sachliche Kritik
Schwächen von LaTeX werden nicht behoben sondern sie werden als historisch determiniert wahrgenommen. So ist z.B. die unfähigkeit von LaTeX eine HTML Datei zu erstellen damit zu ekrlären dass es Ende der 1970er als Donald Knuth die erste Version in Turbo Pascal programmiert hat, noch kein HTML gab. Wenn jetzt ein neuling aber genau diese Funktion benötigt wird diesem User geraten lieber auf MS Word umzusteigen weil er keine Einsicht zeigt in die Philosophie von TeX.
Ein solches Ökosystem kann man getrost als statisch bezeichnen. So ähnlich wie die TeX engine im Jahr 1990 eingefroren wurde ist auch die heutige LaTeX Community wie ein Eisblock unbeweglich. Es gibt dafür keine sachlichen Gründe sondern der status quo aus früheren Zeit soll unverändert bleiben. Wie bei Sekten steigt dadurch die Entropie an. Entropie ist ein Maß für das Chaos was innerhalb der LaTeX Community nicht abgebaut werden kann. Man kann das sogar messen und zwar an der Zahl der benötigten megabyte die texlife auf der Festplatte benötigt.
1990, 10 MB
2000, 100 MB
2010, 800 MB
2020, 2 GB
2026, 2.8 GB
Selbst für aktuelle high end PC die mit SSD als Festplattenersatz arbeiten ist die installation und das update einer LaTeX Installation ein Großprojekt. Es müssen unzählige Einzeldateien heruntergeladen werden und die chance dass dabei Fehlermeldungen entstehen ist hoch. Technisch gesehen müsste jemand die Software modernisieren, also nicht benötigte Pakete entfernen, die Engine neu programmieren usw. Es gab mehrmals diese Versuche die jedoch gescheitert sind, zuletzt wurde das Luatex projekt gestartet. In der Praxis nutzen die meisten User jedoch das ältere pdflatex, weil das schneller eine PDF Datei erzeugt. Leider sind damit die Modernisierungen von Luatex hinfällig und die Entropie steigt weiter.
Es gab mehrere Versuche LaTeX zu modernisieren:
- LaTex3
- Omega
- ConTeXt
- LaTeX2HTML
- LuaTeX
- Overleaf
Jedes Projekt hat schwächen und wird von der Community kritisiert. Das hatte zur Folge dass viele Parallel projekte entstanden mit unterschiedlichen Zielsetzungen.
July 07, 2026
Kritik an LaTeX
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LaTeX
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