August 03, 2026

KI als Berechnungsprozess

 Zumindest früher und in einem universitären Kontext wurde Künstliche Intelligenz erstaunlich präzise definiert. Rückblickend betrachtet war diese Definition eine Sackgasse welche paradoxerweise das Entstehen von leistungsfähiger Robotik sowie von Large language modelle verhindert hat anstatt zu ermöglichen. Dennoch ist es wichtig sich mit dieser philosophischen Sackgasse näher auseinanderzusetzen.

In einem älteren Foliensatz aus dem Jahr 2005 wurde erläutert dass Künstliche Intelligenz ein Berechnungsprozess sei. [1] page 3. Um ein Problem zu lösen müsse man im Problemraum suchen. [1] page 5

Es werden mehrere Beispiele genannt wie das "Affe und Banana Problem" und "Der Turm von Hanoi" und es werden Lösungsalgorithmen vorgestellt wie uniformierte Suche, Backtracking und Hill climbing mit Bewertungsfunktion.[1] page 12

Insgesamt ist die Darstellung richtig und für die damalige Zeit state of the art. Foliensätze von anderen Universitäten waren ähnlich aufgebaut. Die Grundannahme lautet dass ein klar definiertes Problem existiert was sich über Suchalgorithmen lösen lässt. Als bestes Suchverfahren gilt Hill climbing mit Bewertungsfunktion was auch als heuristische Suche bezeichnet wird.

Die Aufgabe des Computerprograms besteht darin diese Suche auszuführen. Also eine Berechnung durchzuführen welche als Algorithmus definiert wurde. Demnach ist KI die Anwendung einer CPU um Probleme zu lösen.

Was zumindest in der Vergangenheit nicht bekannt war oder verdrängt wurde ist, dass das Verfahren nur bei sehr simplen Problemen funktionoiert wie Finden eines Weges in einem Labyrinth oder Computerschach. Sobald die Probleme geringfügig anspruchsvoller werden, z.B. sehr große Labyrinthe, komplexere Brettspiele oder gar Robotik versagt das Verfahren. Ein typisches Beispiel ist Greifplanung für eine Roboterhand. Selbst wenn eine Bewertungsfunktioni existiert gelingt es nicht mittels Suche im Problemraum eine Lösung zu ermitteln. Der Suchraum ist viel zu groß.

[1] Joachim Funke: Seminar: Denken und Problemlösen, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, 2005, https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/ae/allg/lehre/050217_Computermodelle.pdf


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