Der simple Grund warum bis ca. 2010 es unmöglich war Roboter zu bauen und zu programmieren liegt darin, dass unklar blieb wie genau komplexe Aufgaben in Software algorithmisch bewschrieben werden sollten. Wenn z.b. ein Roboter den kürzesten Weg zum Ziel finden soll um dort einen Gegenstand präzise zu greifen benötigt der Roboter eine extrem komplexe Steuerungssoftware aus vielen tausend Zeilen von Code. Dieser Code muss irgendwer programmieren.
Soll der Roboter komplexere Aufgaben lösen z.b. bei selbstfahrenden Autos oder beim biped walking erhöht sich der Programmieraufwand weiter. Zwar konnten KI Forscher bis 2010 grundsätzlich den benötigten C/C++ Softwarestack programmieren udn mögliche Fehler darin korrigieren, nur eben in einem sehr langsamen Tempo mit den üblichen 10 lines of code pro Tag für neu zu erstellende Software. Es verwundert wenig das größere Robotik-Projekte mit diesem Entwicklungstempo unmöglich zu realisieren waren.
Die Antwort auf das Dilemma besteht keineswegs darin über genetische Algorithmen die Software sich selbst verbessern zu lassen sondern die benötigte Technologie um Roboter zu programmieren besteht in der Externalisierung von Intelligenz. Je mehr Aufgaben der Roboter an eine Umwelt deligiert desto schlanker ist die verbleibende Robotik-Software. Ein anderer Begriff für Externalisierung lautet Teleoperation. Das heißt die Wegfindung oder die Greifplanung eines Roboters wird nicht länger in Software realisiert sondern durch einen menschjlichen Bediener außerhalb des Roboters.
Anstatt das Für und Wieder von Teleoperation zu untersuchen ist es wichtiger sich die Sprachinterfaces zu kümmern die zwischen dem Roboter und dem menschlichen Bediener benötigt werden. Dieses Interface funktioniert in bidirektionaler Richtung: der Roboter reagiert auf gesprochene Kommandos und der Roboter sendet verbale Statusinformation an den Menschen zurück.
Mit Hilfe eines natürlichsprachlichen Interfaces lassen sich einerseits hochkomplexe Roboter realisieren wie z.b. selbstfahrende Autos, während gleichzeitig die benötigten Codezeilen gering sind. Die Aufgabe der Robotersoftware ist weniger das Steuern des Roboters, sondern das Ziel ist ein Sprachinterface bereitzustellen damit der Roboter effektiv aus der Ferne gesteuert werden kann.
Bis ungefähr zum Jahr 2010 erschien das Konzept von ferngesteuerten Robotern absurd. Es wurde nichtmal kritisch distanziert von der KI Community diskutiert sondern überhaupt nicht thematisiert. Der Konsens stattdessen lautete3 autonome Roboter zu bauen die ohne Teleoperation funktionieren. 100% aller Robotikwettbewerbe wie Robocup, micromouse, Carolo-Cup oder die Darpa Grand challenge arbeiteten nach diesem Prinzip.
August 09, 2026
Grenzen autonomer Robotik
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