Anstatt hier die technische Bedienung des Textsatzsystems typst zu erläutern, welche gut dokumentiert ist und große Ähnlichkeit mit LaTeX aufweist will ich ein wenig auf die sozialen Aspekte eingehen, wie genau der Switch vom altgedienten Kohledampfer LaTeX auf das neuartige Dieselschiff typst funktioniert.
Zuerst einmal sollte man sich die Mühe machen, LaTeX lebewohl zu sagen was in Linux mit dem Befehl "apt remove textlive-*" funktioniert. Dieser Befehl löscht LaTeX von der Festplatte inkl. der zahlreichen ungenutzten Fonts, der Sprachpakete und der obsoleten Zusatzpakete. Wenn alles reibungslos funktioniert ist es danach nicht länger möglich über die Kommandozeile LaTeX Dokumente ins PDF Format zu kompilieren. Dadurch entsteht ein Bedarf nach einer Lösung die besser ist als gar keine Lösung.
Wenn man dringend eine Abschlussarbeit schreiben muss, aber es keine Software dafür gibt, ist jede Software besser als keine. Dadurch blickt man über eventuelle Schwächen großzügig hinweg. Z.B. gibt es in Typst keinen Knuth plass algorithmus wie bei LaTeX ... machts nichts hauptsache es wird überhaupt ein PDF gerendert. Es ist nur sehr umständlich möglich eine Titelzeile zu erzeugen .. .ist nicht weiter schlimm, hauptsache ist dass irgendwo auf der Seite eine Überschrift auftaucht.
Es macht wenig Sinn typst direkt mit Latex zu vergleichen, weil die Software anders funktioniert. Man wird immer irgendwelche Feinheiten finden in den typst Schwächen hat und die bei LaTeX besser gelöst wurden, nur darum geht es nicht. Entscheidend ist dass man überhaupt Text plus grafiken in eine PDF Datei rendern kann und solange die Schrift nicht kleiner ist als 5 pt und die Bilder irgendwie angezeigt werden ist die Aufgabe erfüllt.
Anstatt auf die Details der Typst Software einzugehen macht es mehr Sinn sich mit den Schwächen des LaTeX Ökosystems zu beschäftigen. Der Sourcecode der TeX engine gilt als Spaghetti code. Er wurde in den 1970er geschrieben und verwendet Rekursion als standardprogrammiertechnik. Die meisten Pakete wie Lamport Tex und Bibtex wurden in den 1990er Jahren erstellt und seitdem nicht mehr verbessert. Es gab mal ein Projekt namens latex3, was aber nie realisiert wurde. Von außen Betrawchtet erinnert LaTeX an einen Commodore 64 im Jahr 1994, wo also eine treue Fangemeinde neue Spiele in Assembler programmierte aber nicht einsehen wollte, dass die Welt eine andere ist. Mitte der 1980er Jahre war der 8bit Heimcomputer von Commodore mal state of the Art technologie, aber Mitte der 1990er Jahre war die selbe Technologie veraltet. Und genau das ist die Ist situation mit LaTeX. Die kompletten 8 GB welche eine texlive installation auf der Festplatte in Beschlag nimmt bestehen aus obsoleten Packages, ungewartetem Code, endlosen Makros und immer weiteren Softwareschichten die keinen Sinn machen.
Um eine wissenschaftliche Arbeit zu erstellen braucht es folgende Features: zweispaltensatz, Tabellen, Einbindung von Bildern, Fließtext, Fußnoten und ein Inhaltsverzeichnis. All das stellt typst bereit. Es gibt sogar noch weitere Extras wie Gleitumgebungen, Silbentrennung und dreispaltensatz. Man kann also sagen, dass typst die Anforderungen übererfüllt. Damit ist es gut geiegnet um damit Texte zu erstellen.
Die software ist schön klein, arbeitet sehr schnell, ist umfassend dokumentiert und es gibt online foren für weitere informationen. Also alles verfügbar was man so braucht. Die geringe Anzahl von Nutzer die typst derzeit nutzen ist kein Nachteil sondern ein Vorteil, damit ist sichergestellt dass jeder neue Nutzer der eine Anfängerfrage stellt begeistert empfangen wird und sofort Hilfestellung erhält.
March 19, 2026
Wissenschaftliche Texte schreiben mit typst
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LaTeX
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