Die Erforschung künstlicher Intelligenz drehte sich lange Zeit um die Frage welche Art von Softwareframework, Algorithmus oder Programmiersprache benötigt wird um denkende Maschinen zu realisieren. Die Annahme hinter dem Cyc Projekt von Douglas Lenat lautete, dass eine Ontologie der Grundbaustein sei, das Cam-Brain Projekt von Hugo de Garis unterstellte dass im Kern ein neuronales Netz benötigt wird während Edward Feigenbaum vermutete dass sich Künstliche Intelligenz mit Hilfe von Expertensystemen realisieren läst.
Im Laufe der Zeit wurden sehr viele gegensätzliche Technologien und Annahmen entwickelt um Künstliche Intelligenz zu verwirklichen. Ein Sprachspiel im Sinne von Ludwig Wittgenstein ist nur ein weiterer Vorschlag unter vielen. Dennoch lohnt es sich, das Thema nähter zu untersuchen. Weil das Prinzip von Sprachspielen deutlich anders ist als z.b. ein Expertensystem oder ein neuronales Netz.
Sprachspiele sind ein formalisiertes Interface zwischen interner und externer Realität von Systemen. Es ist ein Test, ob die Spielteilnehmer Sprache erzeugen und verstehen mit derer man die externe Realität beschreibt. Ein typisches Beispiel ist das "Ich sehe was du nicht siehst Spiel". Dabei beschreibt Person A ein Objekt aus der Realität anhand von Eigenschaften, er formuliert aussagen wie "das Objekt ist rund, steht in der Küche, hat Beine" und daraus folgert Person B "es ist ein Tisch".
Die Gemeinsamkeit von allen Sprachspielen ist, dass Sprache in einem interkationsspiel genutzt wird um auf die Wirklichkeit zu referenzieren. Es geht immer darum, Dinge abzufragen die in der Realität vorkommen, Anweisungen geben was in der Realität zu tun ist oder sonstwie Sprache und Wirklichkeit in Beziehung zu setzen. Sprachspiele sind eine gute Möglichkeit eine Fremdsprache zu erlernen und dienen dazu den Wissensstand zu erfassen. Wenn eine Person oder ein Computer in einem Sprachspiel eine hohe Punktzahl erreicht, ist diese Person mit der jeweiligen Sprache vertraut.
Anders als die eingangs erwähnten Technologie zur Realisierung von künstlicher Intelligenz wie Onotologien oder Expertensysteme sind Sprachspiele nicht technisch definiert sondern haben ihren Ursprung in der Philosophie und der Linguistik. Es geht um Themen wie interaktivität, Sprache, Wirklichkeit. Die Annahme lautet dass innerhalb dieser Begriffe Künstliche Intelligenz möglich ist, das also denkende Maschinen ein Interface zwischen internem System und externer Realität sind.
Seit den 1980er wurden Brettspiele als Testumgebung für denkende Maschinen genutzt. Schach ist ein sehr altes Beispiel für das Künstliche Intelligenz realisiert wurde, aber auch andere Spiele wie Tic Tac Toe, Dame, Backgammon und Go sind klassische Umgebung zur Erforschung von KI Algorithmen. Leider haben diese Brettspiele den Nachteil dass sie nicht gut nach oben skalieren. Ein Computer der perfekt Schach spielt ist nicht automatisch im Stande einen Roboter zu steuern. Deshalb eignen sich die erwähnten Brettspiele nur sehr eingeschränkt dazu KI näher zu erforschen.
Sprachspiele kann man als neuartiges Gesellschaftsspiel verstehen was ähnlich wie Schach Regeln folgt aber viel besser nach oben skaliert. Ein Computer der das "Guess what" Sprachspiel beherscht ist zugleich auch in der Lage mit diesem Wissen einen Roboter zu steuern. Scheinbar können Sprachspiele die Kernidee von Künstlicher Intelligenz viel besser formalisieren als frühere Brettspiele.
August 08, 2026
Sprachspiele im Kontext von Robotik
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Grounding problem,
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